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Freitag, den 05. März 2010 um 15:11 Uhr
Richtungsweisende Partie gegen direkten Konkurrenten
Von Thomas Lambertz   
Die Basketballer der Giants Nördlingen bewegen die Gemüter im nordschwäbischen Raum. Waren es in der Vergangenheit Jahre des Erfolges, die ein großes Publikum begeisterten, sind es jetzt harte Zeiten, die den Fans alles abverlangen. Dazu gehört auch nach dem Freiburg-Spiel letzten Samstag das zweite Endspiel der Rieser bei den ETB Wohnbau Baskets aus Essen, die mit 29 Punkten einen Punkt und einen Platz besser stehen als die Nördlinger.

Wird man die abstiegsbedrohten Giants Nördlingen in Essen wieder einmal jubeln sehen? Foto: Klaus Hofmann

Wird man die abstiegsbedrohten Giants Nördlingen in Essen wieder einmal jubeln sehen? Foto: Klaus Hofmann

Zudem haben die Gastgeber den großen Vorteil, das Hinspiel in der Hermann-Keßler-Halle deutlich mit elf Punkten Differenz gewonnen zu haben. Nach der schmerzlichen Niederlage letzte Woche zu Hause gegen Freiburg müssen die Schwaben nicht nur bei einem direkten Abstiegskonkurrenten punkten, sondern eben auch diesen direkten Vergleich für sich entscheiden. Nur so können sie aus eigener Kraft den Ligaerhalt weiter verfolgen und dem Abstiegsgespenst zumindest eine Zeit lang etwas von seinem Schrecken nehmen.

Während die weiteren potentiellen Anwärter auf einen Abstiegsplatz, Langen, Jena, Essen und Freiburg, am letzten Spieltag ihre Pflichtsiege einfuhren und die Giants damit unter zusätzlichen Druck setzten, patzten die Nördlinger. Der Tabellenletzte Langen ist bis auf einen Punkt an den Riesern dran. Freiburg auf Rang zwölf hat zwei Siege mehr auf dem Konto als Nördlingen ebenso wie Jena auf Rang 13. Lediglich Essen mit bisher “nur“ einem Erfolgserlebnis mehr als Nördlingen ist noch in unmittelbarer Reichweite. Mit dem Essen-Spiel sind noch acht Spiele zu bestreiten.

Dreh- und Angelpunkt der Gastgeber ist der Kanadier Tyler Kepkay. Der Guard erzielt im Schnitt 22 Punkte. Damit ist er aktueller Topscorer der Liga. Zudem ist er ein glänzender Passgeber. Er dürfte sich also einer Nördlinger Sonderbewachung sicher sein. Dabei muss er, wie seine Kollegen der Anfangsformation, viel Zeit auf dem Spielfeld verbringen. Vier Spieler der Essener spielen im Schnitt über 30 Minuten. Beim 83:80-Auswärtssieg nach Verlängerung in Kirchheim trugen fünf Spieler die Hauptlast der Einsatzzeiten. Kepkay und Forward Sebastian Schröter standen dabei die vollen 45 Minuten auf dem Feld.

Das könnte eine Chance für die Rieser sein, denn dort sind die Parkettzeiten ausgeglichener verteilt. Mit hoher Intensität in Angriff und vor allem in der Verteidigung könnte es gelingen, den Essenern wertvolle Kräfte zu rauben. „Einer für alle, alle für einen“, muss das Nördlinger Motto in diesem Spiel sein. Jedem einzelnen Spieler ist klar, welche Chance sich in Essen bietet. Mit einer geschlossenen Teamleistung gilt es, die vor allem aus der Nah- und Mitteldistanz gefährlichen Gastgeber vom Korb wegzuhalten. Dazu gehört konsequentes Ausblocken unter den Körben ebenso wie die gegenseitige Hilfe. Die beiden neuen im Team der Giants, Donovan Morris und Marc Dawson, sorgten letzte Woche für frische Impulse. Sollte sich das Nördlinger Team davon anstecken lassen und jeder sein durchaus vorhandenes Potential abrufen, dann darf man im Ries weiter hoffen.