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Montag, den 11. Januar 2010 um 12:40 Uhr
Nördlingen gelingt der Befreiungsschlag
Von Leo Emmert & Sebastian Hader   
Trotz allgemeinem Schneechaos auf Deutschlands Straßen erfüllte sich für die Giants Nördlingen in Hannover ein Wintermärchen. Nach nervenaufreibenden Wochen und acht zum Teil vermeidbaren Niederlagen haben die Rieser unter Interimstrainer Zoltan Nagy in die Erfolgsspur zurückgefunden. Bei den UBC Hannover Tigers fuhr das Team um Topscorer Giordan Watson (37 Punkte) einen 112:99 (45:50)-Auswärtssieg ein.

Der Jubel war groß bei den Giants Nördlingen nach dem Sieg in Hannover. Foto: Klaus Hofmann

Der Jubel war groß bei den Giants Nördlingen nach dem Sieg in Hannover. Foto: Klaus Hofmann

Die zuletzt arg gebeutelten Nördlinger wussten, wem sie den unerwarteten Erfolg über den Tabellenvierten zu verdanken hatten: Sie trugen Interimscoach Nagy nach Spielende zu den Fans und ließen ihn hochleben. Der hatte gegen eines der drei offensivstärksten Teams Niebuhr, Archibald, Heindel, Ferguson und Watson als Starter aufs Feld beordert, um den Korbdrang der Hausherren einzudämmen und im Angriff entsprechend mithalten zu können. Zwar musste Niebuhr mit zwei Fouls und einer blutigen Nase früh auf die Bank, doch Josef Eichler rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen mit starker Verteidigungsarbeit, drei Offensivrebounds und fünf Punkten im ersten Durchgang. Watson & Co. taten ein Übriges, konnten jedoch nicht verhindern, dass die Hausherren, nach siebenmaligem Führungswechsel mit 25:24 knapp die Nase vorne hatten.

Ein Pass von Hudson auf Fumey brachte den Riesern kurzzeitig die Führung zurück, ein 10:0-Lauf der Gastgeber auf der Gegenseite aber konnte auch von einer Auszeit nicht gestoppt werden (37:28). Dank mehrerer taktischer Wechsel gelang es den an diesem Tag befreit aufspielenden Ferguson und Eichler jedoch, den Vorsprung der Hannoveraner bis zur Halbzeitpause auf 50:45 zu verringern. Bei der Kabinenansprache zeigte sich Nagy dementsprechend auch äußerst zufrieden mit der Angriffsleistung seiner Schützlinge, forderte aber eine bissigere Verteidigung von jedem einzelnen.

Wie zu Beginn des zweiten Viertels waren die Nördlinger nach dem Seitenwechsel hellwach. Fumey, Ferguson und Watson drehten den Punktestand auf 50:52, worauf allerdings postwendend ein erneuter Lauf der Niedersachsen folgte. Mit Freiwürfen, Dreiern und Korblegern übernahm in diesr Phase der kleinste Spieler auf dem Feld die Verantwortung. Elf Zähler in Folge markierte Watson zum zwischenzeitlichen 65:62. Ein Dreier von Hudson und zwei Punkte von Ferguson ließen die Nördlinger Führung, trotz drei Dreipunktwürfen von Holloway und einem Korbleger von Molton, andauern. So gewannen die Giants das dritte Viertel mit 28:20 und behaupteten einen knappen Vorsprung.

70:73 las sich das Zwischenresultat, als wiederum Fumey mit einem getroffenen Korbleger die Crunchtime eröffnete. Und diesmal legten Ferguson per Dreipunktspiel und Michael mit einem Dreier nach. Das beherzte Offensivspiel der Nördlinger zwang Hannovers Coach zu einer frühen Auszeit. Doch Trainerfuchs Nagy wusste, was zu tun war. Die Niedersachsen konnten zwar nochmals zum 91:97 verkürzen und verlegten sich während der letzten zwei Spielminuten auf schnelle Fouls, um die Rieser an die Freiwurflinie zu zwingen, doch Watson und Ferguson zeigten keinerlei Nerven.

UBC Hannover Tigers: Jones (28), Holloway (25), Moten (19), Arigbabu (12), Mangold (11), Schoo (4), Eisenblätter, Prasuhn
Giants Nördlingen: Watson (37), Ferguson (29), Fumey (17), Michael (8), Eichler (7), Archibald (6), Heindel (3), Hudson (3), Niebuhr (2), Liyanage, Tesfaldet
Ausführliches Scouting