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Sonntag, den 18. April 2010 um 23:33 Uhr
In der Fremde noch einmal teuer verkauft
Von Leo Emmert   
Im letzten Auswärtsspiel vor dem Neustart in der Regionalliga hat das zur Fahrt nach Chemnitz angetretene Rumpfteam der Giants Nördlingen nur knapp die Überraschung des Spieltags verpasst. Nachdem sich neben den langzeitverletzten Tesfaldet und Niebuhr auch noch Michael (Handprellung) und Heindel (fiebrige Erkältung) abgemeldet hatten, nahm Headcoach Andras Zsoldos Kevin Schneider aus dem TSV-Oberligateam mit nach Sachsen.

Wacker geschlagen haben sich Andras Zsoldos' Schützlinge gegen die Chemnitz 99ers. Foto: Klaus Hofmann

Wacker geschlagen haben sich Andras Zsoldos' Schützlinge gegen die Chemnitz 99ers. Foto: Klaus Hofmann

Dem war es schließlich auch vorbehalten, den letzten “Auswärts-Dreier“ für die Rieser in der Pro A mit Ertönen der Schlusssirene zu versenken. Die 1.054 Zuschauer, darunter zwölf Nördlinger, in der Richard-Hartmann-Halle sahen zuvor ein munteres und flottes Basketballspiel, bei dem sich der stark dezimierte Tabellenletzte keinesfalls vor dem scheinbar übermächtigen Gegner versteckte. Die Rieser brannten im ersten Viertel ein wahres Feuerwerk ab, bei dem der junge Liyanage den Ausfall von Michael mehr als wettmachte. Er eröffnete nicht nur die Partie mit einem Dreipunktwurf, sondern ließ prompt noch zwei weitere folgen. Watson, Dawson, Archibald und Eichler indes kämpften in der Verteidigung, stahlen den Sachsen fünfmal den Ball, blockten die gegnerischen Würfe und beherrschten den Rebound. Im Angriff wurden die Systeme so gut umgesetzt, dass sich der gegnerische Coach nach vier Spielminuten und einem Stand von 0:12 zu seiner ersten Auszeit gezwungen sah. Diese brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Die Blau-Weißen bauten ihren Vorsprung konsequent über 2:18 auf 5:25 aus. Erst eine zweite Auszeit kurz vor Ende des ersten Viertels stoppte den Rieser Wirbel. Zwei Unachtsamkeiten bescherten den Chemnitzern einen gnädigeren 10:25-Zwischenstand.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts konnte der Vorsprung nochmals auf 17 Punkte ausgebaut werden, dann jedoch fing sich Dawson sein drittes Foul ein. Er musste auf die Bank und die Giants verloren ihre “Luftwaffe“ in der Zone. Sein Ausfall konnte nicht kompensiert werden und die Sachsen holten Punkt um Punkt auf. Ein Dreier von Archibald nach Zuspiel von Watson zum 28:37 in der achten Minute waren die letzten Zähler der Rieser vor dem Pausentee. Die Chemnitzer wirkten nun stabiler und schlossen mittels Freiwürfen und einem Dreier auf 35:37 zur Halbzeit auf.

Johnson und Harbut brachten die 99ers nach dem Seitenwechsel erstmals in Führung, die jedoch durch Liyanages vierten Dreipunktwurf ausgeglichen werden konnte. Dawson per Dunking, Fumey mit Korbleger und Watson durch einen Steal mit anschließendem erfolgreichem Steilangriff markierten in der siebten Minute wiederum eine knappe Führung für die Schwaben. Dann jedoch versenkte Johnson seine Dreier Nummer fünf und sechs, was die Gastgeber wieder mit 54:47 in Front brachte. Zwei Freiwürfe von Archibald, der zwischenzeitlich von Börstler seine Verschnaufpausen erhielt, ließen vor Beginn des Schlussviertels ein knappes 54:49 aufleuchten.

Nach der Eröffnung des letzten Durchgangs erlaubte eine nachlassende Intensität in der Verteidigung, die an diesem Abend der Dezimiertheit des Teams zuzuschreiben war, den Einheimischen ihre Führung auf 61:49 auszubauen. Dawson, Fumey und Watson konnten nochmals auf 63:57 verkürzen, dann jedoch musste der Nördlinger Center mit seinem fünften Foul endgültig das Feld räumen. Die letzten Minuten im letzten Auswärtsspiel für die Giants in der Pro A waren den Nördlinger Nachwuchsspielern Schneider, Neukamm und Börstler, die sich trotz der am Montag startenden Abiturprüfungen mit auf die Reise machten, an der Seite von Watson und Archibald vorbehalten. Mit einer 68:78-Niederlage konnten sich die Rieser erhobenen Hauptes aus der Richard-Hartmann-Halle verabschieden.

Chemnitz 99ers: Johnson (22), Bufford (16), Harbut (10), Roberts (10), Lipke (9), Rastatter (6), Allen (5), Ahnsehl, Rosenthal, Zyskunov
Giants Nördlingen: Watson (15), Archibald (14), Liyanage (12), Fumey (11), Dawson (9), Eichler (4), Schneider (3), Börstler, Neukamm
Ausführliches Scouting