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Montag, den 02. November 2009 um 22:32 Uhr
Im Gedenken an "Jesus“!
Von Nils Pelikan   
In der Saison 1995/96 verpflichteten die Bamberger Bundesliga-Basketballer einen Center nach. Soweit nichts Besonderes, schließlich ist eine nachträglich verpflichtete Kante unter dem Brett schon beinahe eine Bamberger Tradition.

Als der Neue allerdings das erste Mal sein Trikot für den TTL überstreifte, trauten viele Fans ihren Augen nicht: Sie sahen einen zotteligen Bären, der da ihre Nummer 8 trug. Eine Mischung aus Chewbacca und Catweazle; eine gewisse Ähnlichkeit mit Jesus war auch nicht abzustreiten.

Der langhaarige "Mann aus den Bergen“ war der Amerikaner Alan Ogg, der die Lücke unter den Brettern stopfen sollte, nachdem Sly Kincheon kurzfristig verletzt ausfiel. 24 Spiele lief Ogg für die Bamberger auf und erzielte dabei im Schnitt 5,16 Punkte. Sicher, keine überragenden Zahlen, aber der Center war vor allem durch seinen Charakter von Bedeutung für das Team. Er war ein sogenannter "glue-guy“, einer, der die Mannschaft zusammenhielt. Sein College-Trainer beschreibt es folgendermaßen: „He was a very good player, but he was even a better person. Everybody liked Alan“. Und der 2,19m-Riese war nicht nur bei den Spielern beliebt, er war ein Mann der Massen, ein echter Publikumsliebling.

Während seiner Zeit bei den
Miami Heat Anfang der 90er Jahre forderten die Fans mit lautstarken „OOOGGGGGGGGGGGG!“-Rufen die Einwechslung des Centers, auch wenn dieser meist nur sehr kurz und erst, wenn das Spiel schon entschieden war, das Spielfeld betreten durfte (ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1991 befasste sich ausführlicher mit dem Phänomen Alan Ogg). Auch in die Highlight-Videos der NBA schaffte er es nur einmal… und das auch nur, weil er versuchte, einen Dunking von Michael Jordan zu verhindern, was ihm allerdings kläglich misslang.

Schon zu High-School- und College-Zeiten hatte Ogg mit Herzproblemen zu kämpfen und musste häufig nach dem Training noch für medizinische Checks in der Halle bleiben. 2003, zwei Jahre nachdem er seine aktive Basketball-Laufbahn beendet hatte, musste er sich einer Herz-OP unterziehen. Wegen eines Verdachts auf Schweinegrippe begab er sich letzte Woche in ein Krankenhaus, am Sonntag verstarb Alan Ogg im Alter von 42 Jahren durch eine schwere bakterielle Infektion am Herzen. Die Miami Heat gedachten ihrem ehemaligen Spieler vor der Partie gegen die Chicago Bulls mit einer Schweigeminute.

Auch in Bamberg wird Alan Ogg sicher vielen alteingesessenen Fans als "Basketball-Jesus“ im Gedächtnis bleiben!