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Montag, den 30. November 2009 um 13:17 Uhr
Ex-Erstligist weiter im freien Fall
Von Thomas Lambertz   
Mit der vierten Niederlage in Folge rutschen die Basketballer der Giants Nördlingen immer weiter in die Krise. Nach der 73:94 (45:51)-Heimniederlage gegen die Cuxhaven BasCats vor einer Rekord-Minuskulisse von 1102 Zuschauern sind auch die unzufriedenen Stimmen aus den Zuschauerkreisen nicht mehr zu überhören. Mit einer Bilanz von vier Siegen und sechs Niederlagen belegen die Rieser nach dem ersten Saisondrittel Tabellenplatz zwölf.

Nicht nur bei Leo Niebuhr war die Enttäuschung nach der vierten Pleite in Folge groß. Foto: Klaus Hofmann

Nicht nur bei Leo Niebuhr war die Enttäuschung nach der vierten Pleite in Folge groß. Foto: Klaus Hofmann

Begonnen hatten die Giants so, wie sich Fans und Zuschauer das schon viel früher gewünscht hatten. Obwohl Headcoach Alexander Biller aufgrund einiger Verletzungen zu Umstellungen gezwungen war und unter anderem den erst 19 Jahre alten Marc Liyanage in die Startformation beorderte, gab die Mannschaft vom Jump weg Gas und hielt gegen die favorisierten Gäste von der Küste stark mit. Allein fünf Führungswechsel in den ersten zehn Minuten verdeutlichten, dass die Nördlinger sich den Frust vergangener Tage von der Seele spielen wollten. Besonders Jannis Michael hatte ein heißes Händchen. Acht Punkte trug er zum ersten Zwischenresultat von 27:33 bei. Rob Ferguson, seit dem Heidelberg-Spiel wie Michael angeschlagen, eskortierte seinen Teamkollegen mit ebenfalls acht Zählern. Dass die BasCats das Viertel dennoch für sich entschieden, war einmal mehr Unachtsamkeiten der einstmals so zuverlässigen Nördlinger Verteidigung geschuldet.

Auch der Dreier mit der Sirene von Cuxhavens Patrick Wischnewski tat weh. Letzterer sollte am Ende 15 Punkte erzielt haben, und das bei sechs Versuchen jenseits der Dreierlinie. Überhaupt war die Dreierquote der Gäste traumhaft. 16 Treffer bei 26 Versuchen sorgten nicht nur für 48 Punkte, sondern mit zunehmender Spieldauer auch für Resignation bei den Riesern. Dabei schien das System gegen eine träge wirkende Nördlinger Verteidigung simpel. Mit Drive ging es in die Nördlinger Zone, ein, zwei schnelle Pässe nach außen und das Spielgerät segelte mit einer Selbstverständlichkeit durch die Reuse der Gastgeber. Sogar Center Sascha Kesselring traf mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr seinen ersten Dreier der Saison. Dennoch blieben die Giants dran. Mit vier Führungswechseln im zweiten Durchgang war auch dieses Viertel ansehnlich, obwohl beide Teams die Verteidigung etwas vernachlässigten. Auch der 45:51-Halbzeitrückstand ließ noch nichts vom Fortgang der Partie erahnen.

Bis zur 23. Minute blieb es beim Sechs-Punkte-Abstand. Rob Ferguson markierte fünf Punkte, auf Seiten der Gäste wahrten Reggie Fuller und Kesselring die Distanz. Doch dann kippte das Spiel zu Gunsten der Norddeutschen. Unverständliche Nördlinger Verteidigungsschwächen nutzte der Tabellenzweite mit sauberen Distanzwürfen eiskalt aus. Von einem 50:56 bis zum 50:67 dauerte es lediglich drei Minuten. Bis zum Ende des dritten Viertels bauten die Cuxhavener ihren Vorsprung gar auf 58:78 aus. Niemand in der Hermann-Keßler-Halle glaubte noch an eine Wende.

Im Schlussviertel punkteten die Gäste mit fünf Dreiern und einem Freiwurf. Zwar erzielten auch die Rieser 15 Zähler, konnten aber lediglich Ergebniskosmetik betreiben. Den Erwartungen an ein ähnlich spannendes Spiel wie vor zwei Jahren mit drei Verlängerungen konnten die Nördlinger ansatzweise in der ersten Halbzeit entsprechen. Auf diese erste Hälfte können die Giants sicher aufbauen, doch das reicht bekanntermaßen nicht für eine Rückkehr in die Erfolgsspur.

Giants Nördlingen: Michael (22), Ferguson (17), Toles (11), Fumey (7), Heindel (6), Niebuhr (5), Tesfaldet (4), Liyanage (1), Eichler
Cuxhaven BasCats: Fuller (21), Jeka (15), Wischnewski (15), Kesselring (14), Hasenkamm (12), Dorris (7), Williams (7), Kleemichen (3), May, Stachula, Ruckhaber
Ausführliches Scouting