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Donnerstag, den 13. Oktober 2011 um 09:00 Uhr
Würzburg verliert mit der Schlusssirene


Nach einer dramatischen Schlussphase haben die s.Oliver Baskets vor 3.750 Zuschauern in der Fraport Arena ihr erstes Auswärtsspiel mit 78:80 (39:42) gegen die Fraport SKYLINERS verloren. „Wir dürfen am Ende nicht dem besten Scorer der Liga einen solch freien Wurf lassen. Da hat die Defense geschlafen“, ärgerte sich John Patrick, Cheftrainer der Unterfranken, über den letzten Angriff.


Beim Spielstand von 76:77 und noch 7,4 Sekunden Spielzeit trat Chris Kramer für den Aufsteiger an die Freiwurflinie. Trotz der erneuten Freiwurfschwäche des Teams (21/38) behielt Kramer die Nerven, versenkte beide Versuche und sorgte damit für eine Ein-Punkt-Führung. Wie erwartet ging der Ball beim folgenden Einwurf der Gastgeber zu ihrem besten Schützen, Justin Gray. Nach einem Foul von Alex King – die s.Oliver Baskets hatten die Mannschaftsfoulgrenze noch nicht erreicht – bekam Gray bei noch fünf verbliebenen Sekunden erneut den Ball. Er sprintete los und traf mit der Schlusssirene aus dem Lauf von jenseits der Dreipunktelinie zum umjubelten Sieg für die Gastgeber.

Liebler: Über weite Strecken auf Augenhöhe

„Das war heute ein sehr emotionales Spiel. Es ist wellenartig hin und her gelaufen, aber ich denke, wir haben verdient gewonnen. Würzburg hat sehr aggressiv gespielt. Sie werden am Ende der Saison um die Playoffplätze mitspielen“, resümierte Frankfurts Trainer Muli Katzurin. Steffen Liebler, Geschäftsführer der s.Oliver Baskets, meinte: „Das ist eine ärgerliche Niederlage. Das Spiel hat auf beiden Seiten chaotisch begonnen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft große Moral gezeigt und sich zurückgekämpft. Wir waren heute über weite Strecken mit Frankfurt auf Augenhöhe.“

Die Partie begann zäh. Die Hessen konnten sich bis zur Mitte des ersten Spielabschnitts mit sechs Punkten absetzen. Erst in den letzten drei Minuten des Viertels agierten die s.Oliver Baskets auch offensiv in gewohnter Manier. Ihr Punktegarant Ricky Harris, der nicht ganz an seine Leistung aus den letzten Begegnungen anknüpfen konnte, hatte in dieser Phase seine stärksten Momente und erzielte sieben seiner insgesamt 13 Zähler. Bis zum Seitenwechsel verlief die Partie ausgeglichen. Mit einer 42:39-Führung der SKYLINERS ging es in die Pause.

24. Spielminute sorgt für Diskussionen

Frankfurts Jon Leuer eröffnete die zweite Hälfte gleich mit einem sehenswerten Dunking. Und als hätte er seine Kollegen mit dieser Aktion aus ihrer Lethargie geweckt, stieg die Qualität der Begegnung nun stetig an. Nach 23 gespielten Minuten war es zunächst der Aufsteiger, der sich durch zwei erfolgreiche Dreier von Ben Jacobson und Alex King sechs Punkte vom Gegner lösen konnte. Im darauf folgenden Angriff der Hausherren kam es in der 24. Spielminute allerdings zu einer Szene, die nach dem Spiel noch für einige Diskussionen sorgen sollte. Während des Frankfurter Ballvortrags blieben plötzlich einige Spieler beider Mannschaften stehen. Der Ball wurde dennoch zu Johannes Herber gepasst, der ihn unbedrängt von jenseits der Dreipunktelinie im Korb versenkte.

Patrick legt Protest ein


Die Unparteiischen zeigten einen erfolgreichen Dreipunktewurf an, woraufhin ein aufgebrachter John Patrick auf das Spielfeld lief und auf die Schiedsrichter einredete, die mit einem technischen Foul für den Trainer reagierten. Nach der Begegnung klärte Patrick die Situation aus seiner Sicht auf: „Einer der Schiedsrichter hatte ein Foul gepfiffen und den Arm gehoben. Deshalb sind auch die Spieler stehen geblieben und haben nicht mehr verteidigt. Er hat dann aber einfach das Spiel weiterlaufen lassen und die Punkte für Frankfurt gegeben. Als ich ihn darauf angesprochen habe, hat er den Pfiff abgestritten. Wir haben aber alle den Pfiff gehört. Diese Situation war letztendlich spielentscheidend.“ Deshalb wurde direkt nach Spielende durch den Würzburger Trainer Protest gegen die Wertung eingelegt.

16:0-Lauf der SKYLINERS

Die beiden folgenden Freiwürfe verwandelte Gray. Beim anschließenden Ballbesitz wurde der Frankfurter gefoult und machte erneut beide Freiwürfe. Innerhalb weniger Sekunden gingen die eben noch sechs Punkte zurückliegenden SKYLINERS mit 51:50 in Führung. Im Anschluss nutzten sie dann die Verunsicherung des Liganeulings geschickt mit einem 16:0-Lauf, bei dem Gray elf Punkte in Folge erzielte, zum 60:50 aus. Erst durch das fünfte Foul von Tim Ohlbrecht nach 27 Minuten und die daraus resultierenden Freiwürfe für Robert Tomaszek wurde das einseitige Anrennen beendet. Die letzten zehn Minuten waren schließlich geprägt von einem unglaublichen Kraftakt der Franken, die sich zur Begeisterung ihrer etwa 100 mitgereisten Anhänger nach und nach immer weiter herankämpften, bis schließlich Kramer 7,4 Sekunden vor Schluss an die Linie trat und zweimal traf.

Fraport SKYLINERS: Gray (18), Leuer (17), Herber (13), Nolte (8), Ohlbrecht (7), Mc Kinney (6), Thompson (6), Robertson (3), Barthel (2)
s.Oliver Baskets: Kramer (16), Elliott (13), Harris (13), Jacobson (12), Boone (9), King (9), Tomaszek (6), Brown, Little
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