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Montag, den 02. Januar 2012 um 23:48 Uhr
Würzburg fegt ALBA aus der Halle
Von Michael Will (Foto: Gerd Ulherr)   


Dank ihrer bisher besten Saisonleistung haben die s.Oliver Baskets in der ausverkauften s.Oliver Arena Vizemeister ALBA Berlin mit 84:65 (35:33) bezwungen. Damit verlor Berlin zum ersten Mal überhaupt ein Gastspiel am Main. Diese Premiere hatte sich Baskets-Geschäftsführer Jochen Bähr gewünscht: „Das war heute noch geiler als ich erwartet hatte. Nachdem es auswärts nicht so läuft, wollten wir diesen Sieg heute unbedingt.“


Diesen unbedingten Siegeswillen zeigte das Würzburger Team über 40 Minuten durch schier unglaublichen Einsatz. Lediglich ein Viertel lang konnte der Hauptstadtclub dieser Energie standhalten. Die beiden Big Men Torin Francis und Sven Schultze sorgten im ersten Spielabschnitt mit sechs beziehungsweise sieben Punkten fast im Alleingang für ALBAs 15:11-Führung zur Viertelpause. Direkt im Anschluss gab Center Jason Boone mit einem seiner sieben Dunkings ein Statement ab. Durch zwei direkt darauf folgende Treffer von Chris Kramer riss der Aufsteiger die Führung wieder an sich. Doch Nationalspieler Heiko Schaffartzik hielt immer wieder dagegen und brachte den achtmaligen Meister mit einem Distanztreffer nach gut 15 Minuten gar mit acht Punkten in Front (28:20). Die Antwort sollte jedoch nicht lang auf sich warten lassen. Würzburgs Scharfschütze Ricky Harris nahm Schaffartziks Herausforderung an und sorgte zum Ende der ersten Hälfte mit zehn Zählern innerhalb von vier Minuten für eine knappe 35:33-Halbzeitführung der Gastgeber. Headcoach John Patrick zur Leistung von Harris: „Ricky für uns und Heiko für ALBA haben sehr schwierige Würfe getroffen. Ricky war sehr wichtig für uns, als wir unseren offensiven Rhythmus in der ersten Halbzeit finden mussten. Das hat uns allen Selbstvertrauen gegeben.“

Aufsteiger lässt nur neun Punkte zu

Nach dem Seitenwechsel lief der Liganeuling dann so richtig heiß. Lediglich sieben Berliner Punkte aus dem Feld und insgesamt nur neun ließ der Aufsteiger in den folgenden zehn Minuten zu. Und anders als in vielen vorausgegangenen Begegnungen nutzte man diese Phase auch in der Offensive zu einer bereits vorentscheidenden 58:42-Führung vor dem letzten Viertel. Dennoch kam es vier Minuten vor dem Ende noch einmal zu einem kurzen kollektiven Zittern in der s.Oliver Arena, als Ivan Elliott mit seinem fünften Foul Schaffartzik an die Linie schickte. Mit zwei erfolgreichen Freiwürfen brachte der Aufbauspieler die Gäste wieder bis auf neun Punkte heran. Doch einem Treffer von Kramer folgten zwei vergebene Freiwürfe von Torin Francis. Nachdem im Gegenzug John Little für die Franken aus der Distanz erfolgreich war und Schaffartzik den folgenden Ballbesitz durch einen Schrittfehler verschenkte, war das Spiel endgültig entschieden.

Patrick zufrieden Lokalmatador Kleber

„Wir haben uns heute auf ein sehr schweres Spiel eingestellt und es war auch bis zur Mitte des dritten Viertels sehr knapp. Aber dann haben wir einfach gut weitergespielt. Wir haben gut Inside gespielt über Jason Boone, der heute nicht zu stoppen war, und dann wurde das Spiel ziemlich eindeutig“, meinte Würzburgs Lokalmatador Maximilian Kleber, der gut neun Minuten auf dem Parkett stand. Sein Trainer zu dieser ungewöhnlich langen Spielzeit des Nachwuchsspielers: „Das war die erste Woche in drei Monaten, in der er alle Trainings mitmachen konnte. Davor hatte er immer mit Verletzungen zu kämpfen. Wir brauchen ihn, er hat einen super Schuss und seine Länge können wir in der Verteidigung brauchen. Ich bin mit seiner Leistung absolut zufrieden. Er hat heute solide gespielt, hat einen Schuss getroffen und seine Verteidigung war sehr gut.“

Herbert mit Galgenhumor

Für ein Kuriosum sorgte etwa eine Minute vor dem Ende noch Berlins Trainer Gordon Herbert. Nach einer Würzburger Auszeit, mit der er aufgrund des deutlichen Spielstands offensichtlich nicht einverstanden war, wies er seine Mannschaft an, im folgenden Angriff an der Seitenlinie zu verharren. Nach dem Spiel auf diese Szene angesprochen, meinte Herbert mit Galgenhumor: „Wir haben bei diesem Angriff nur so verteidigt wie die 22 Minuten davor.“

Stimmen zum Spiel:

Gordon Herbert (Headcoach ALBA Berlin): „Das war heute eine großartige Atmosphäre in der Halle. Das Publikum war ein wahrer sechster Mann für Würzburg. Mit diesen Fans war das eines der schwierigsten Auswärtsspiele, das wir hatten. Würzburg dominierte die letzten 23 Minuten des Spiels. Sie haben jeden freien Ball bekommen und ihrer Intensität war viel besser als unsere. Sie haben sehr sehr gut gespielt.“

John Patrick (Headcoach s.Oliver Baskets): „Heute haben wir sehr gut verteidigt. Besonders im zweiten und dritten Viertel. Ich möchte mich bei meinen Spielern bedanken, denn es ist nicht einfach, diese Ganzfeldverteidigung zu spielen gegen zwei Guards der Extraklasse wie Heiko Schaffartzik und DaShaun Wood. Der Schlüssel heute war unsere Mentalität nach dem Bremerhaven-Spiel. Wir haben einen guten Charakter gezeigt. Jason Boone hat heute sein bestes Spiel in dieser Saison gemacht und Ricky Harris ist heiß gelaufen. Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns.“

s.Oliver Baskets: Harris (20), Boone (20), Kramer (13), Elliott (9), Little (9), Jacobson (5), Frazier (4), Kleber (2), Tomaszek (2), King
ALBA Berlin: Schaffartzik (22), Francis (14), Schultze (12), Wood (6), Weaver (4), Staiger (3), Allen (2), Simonovic (2), Taylor
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