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Sonntag, den 05. Februar 2012 um 02:43 Uhr
Patrick-Team dominiert Phoenix Hagen


Angeführt von ihrem bärenstarken Energiebündel Chester Frazier haben die s.Oliver Baskets auch zuhause wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Über drei Viertel dominierte der unterfränkische Aufsteiger Phoenix Hagen nahezu nach Belieben. Folgerichtig durften die 3.170 Zuschauer in der ausverkauften s.Oliver Arena einen letztlich ungefährdeten 88:76 (49:33)-Sieg der Gastgeber bejubeln.


„Das war eine tolle Atmosphäre hier. Würzburg spielt einen Stil, wo 40 Minuten lang gepresst wird. Es ist sehr schwierig für fremde Mannschaften, hierher zu kommen, ein System anzusagen und locker durchzuspielen. Wir haben das auch nicht geschafft und am Ende verloren“, analysierte der unterlegene Trainer Ingo Freyer nach der Partie. „Das erste Viertel haben wir noch ganz gut mitgehalten, aber dann wurde es eine klare Angelegenheit. Die zwölf Punkte Unterschied sind noch schmeichelhaft für uns.“ Wie von Freyer erwähnt, bewegten sich die beiden Kontrahenten im ersten Spielabschnitt weitgehend auf Augenhöhe. Die Franken gingen mit ihrem ersten Angriff durch einen Korbleger von Ben Jacobson in Führung, während die Gäste im ersten Viertel zwar einige Male ausgleichen, jedoch über den gesamten Abend hinweg nie selbst vorlegen konnten.

Nachdem sich die s.Oliver Arena bereits beim Einlauf der Würzburger Spieler in ein Tollhaus verwandelt hatte, als mit der Nummer fünf nach mehrwöchiger Pause erstmals wieder der interne Topscorer Ricky Harris aufgerufen wurde, folgte nach dreieinhalb Spielminuten mit seiner Einwechslung das langersehnte Comeback. Und Harris machte sofort dort weiter, wo er bei seinen starken Auftritten vor der Verletzung aufgehört hatte. Bereits eineinhalb Minuten später traf der US-Amerikaner erstmals von jenseits der 6,75m-Linie. Bis zur ersten Viertelpause sicherte er seiner Mannschaft mit zwei weiteren Distanztreffern eine 22:19 Führung. Am Ende des Abends standen für den Shooter 16 Punkte bei einer Dreierquote von 80 Prozent zu Buche. Harris zu seiner Leistung: „Bei mir ist wieder alles okay. Es hat sich heute großartig angefühlt, endlich wieder mit meinen Mannschaftskollegen auflaufen zu können. Ich war voller Energie und Begeisterung.“

Elliott trifft zur 20-Punkte-Führung

Nach dem ausgeglichenen ersten Abschnitt verzweifelten die Sauerländer in den folgenden zehn Minuten zusehends an der Würzburger Full-Court-Press. Mit einem Distanztreffer des erneut blendend aufgelegten Ivan Elliott starteten die s.Oliver Baskets zu Beginn des zweiten Viertels einen 9:0-Lauf. Elliott war es schließlich auch, der die Unterfranken nach dem Seitenwechsel in der 25. Spielminute nach einem Offensivrebound erstmals mit 20 Punkten in Führung brachte (58:38). Den Schlusspunkt des dritten Viertels setzten die Würzburger mit dem Highlight des Spiels: Nach einem Alley-Hoop-Pass von Ben Jacobson stopfte Youngster Maximilian Kleber den Ball 20 Sekunden vor der Sirene zum 73:46 durch den Ring.

Im Schlussviertel des bereits entschiedenen Spiels brachte Würzburgs Trainer John Patrick auch noch seine übrigen Bankspieler in die Partie. Diese Umstellung konnten die kämpfenden Hagener jedoch nur noch dazu nutzen, das Ergebnis etwas erträglicher zu gestalten. „Ich wollte den jungen Spielern eine Chance geben. Das ist manchmal gefährlich“, erklärte Patrick die finale Aufholjagd des Gegners. „Die sind das nicht gewohnt und kommen kalt von der Bank. Aber diese Erfahrung im Spiel ist viel wichtiger als sechs Tage im Training.“

Frazier legt Double-Double auf

Eine besonders beachtliche Leistung zeigte Würzburgs Aufbauspieler Chester Frazier. Der 1,88m große Aufbauspieler legte neben 15 Punkten auch zwölf Rebounds auf und erzielte damit ein Double-Double. „Ich hatte schon immer ein Händchen für die Rebounds. Der Ball fällt einem ja auch oft genug einfach in die Hand. Nach meiner eineinhalbjährigen Pause fühle ich mich mittlerweile wieder absolut fit. Ich versuche mich in meiner Freizeit ausschließlich zu erholen, nur so kann ich im Spiel die nötige Energie bringen. Mein Spiel lebt von der Energie“, verriet Frazier sein Erfolgsgeheimnis.

Für den wiedergenesenen Ricky Harris wurde am heutigen Abend Neuzugang Jermaine Bucknor als achter Amerikaner aus dem Kader gestrichen. Der Kanadier zur Entscheidung des Trainers: „Das ist schwierig für mich. Es ist eine ganz neue Situation. Aber es dauert einfach eine Weile, um in ein Team integriert zu werden. Und das ist ein großartiges Team hier. Aber es war trotzdem gut diese Atmosphäre in der Halle als Teil des Teams zu erleben.“

s.Oliver Baskets: Elliott (18), Harris (16), Frazier (15), Jacobson (12), Boone (9), Kramer (6), Kleber (4), Tomaszek (4), Little (2), King (1), Clay (1), Henneberger
Phoenix Hagen: Constantine (19), Brooks (15), Jonusas (10), Blackwood (10), Spohr (9), Carter (8), Kruel (3), Sparks (2), Seward, Rockmann, Wilkins
Ausführliches Scouting