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Samstag, den 06. März 2010 um 11:55 Uhr
Mit der "roten Wand" gegen Herten
Am Sonntag verwandelt sich die am besten besuchte Halle der beiden zweiten Ligen Pro A und Pro B wieder in den berüchtigten “Würzburger Hexenkessel“: Die Verantwortlichen der Würzburg Baskets sind davon überzeugt, dass sie um kurz vor 18.00 Uhr “ausverkauft“ melden können. Das klappte zuletzt beim Heimspiel gegen Rhöndorf. Anders als beim Duell gegen den Spitzenreiter wollen die Baskets gegen den Tabellenzweiten Hertener Löwen nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Spielfeld die Oberhand behalten – im Idealfall mit mindestens 13 Punkten Vorsprung.

Gelingt es den Würzburg Baskets, in der Tabelle an den Hertener Löwen vorbeizuziehen? Foto: Gerd Ulherr

Gelingt es den Würzburg Baskets, in der Tabelle an den Hertener Löwen vorbeizuziehen? Foto: Gerd Ulherr

Kurze Rückblende: Das Hinspiel in Herten verloren die Mannen um Kapitän Lars Buss mit 65:77 – es war damals die erste Niederlage nach 43 Pflichtspiel-Siegen in Folge. Eine Woche später folgte die erste Heimniederlage gegen den TSV Breitengüßbach. Seither liegen die Baskets in der Tabelle durchgehend auf Rang drei, knapp hinter den Löwen. Nur in der vergangenen Woche zogen sie kurz vorbei, als Herten für den eigenmächtigen Spielabbruch in Weißenhorn einen Punkt abgezogen bekam. Einen Tag später war der knappe Vorsprung wieder verspielt, weil die Würzburger beim Spitzenspiel in Ehingen trotz einer starken Aufholjagd mit 81:82 den Kürzeren zogen. Die Ausgangssituation ist damit wieder so wie vor einer Woche: Herten liegt wegen des gewonnen Hinspiels trotz Punktgleichheit in der Tabelle vor den Baskets. Um das zu korrigieren, genügt den Baskets am Sonntag ein Sieg. Um sich den direkten Vergleich zu sichern, müsste es ein Sieg mit 13 oder mehr Punkten Vorsprung sein.

Kein einfaches Unterfangen gegen die Top-Mannschaft aus Herten: „Es ist für beide Mannschaften eine wichtige und vorentscheidende Partie. Dementsprechend werden beide Seiten mit hoher Intensität auftreten und den Zuschauern ein tolles Spiel liefern“, sagt Baskets-Trainer Marcel Schröder. Er setzt dabei am Sonntag auch auf den Heimvorteil und die Unterstützung von 3.000 fanatischen Baskets-Fans. Dazu der Aufruf des Fanclubs “Würzburg Youngstars“: Sie wollen Herten und seine Fans, in Anlehnung an den “Sea of Red“ bei den Spielen der kanadischen Eishockey-Nationalmannschaft in Vancouver, mit einer “roten Wand“ in der s.Oliver Arena empfangen. Soll heißen: Möglichst jeder Zuschauer soll rot gekleidet erscheinen. Geschenke für die Fans gibt es auch: Baskets-Sponsor Schaumstoffe Wegerich hat für das Spiel gegen Herten 3.000 überdimensionale Schaumstoffhände zur Verfügung gestellt.

Neben dem Heimvorteil spricht auch die Hertener Auswärtsbilanz für die Baskets: Mit seiner Rotation aus sieben Leistungsträgern, die alle im Schnitt mindestens 23 Minuten spielen, ist Löwen-Bändiger Boris Kaminski in eigener Halle eine Macht. Zuletzt hatte Herten allerdings häufiger Probleme auf fremdem Parkett: Vier ihrer letzten sechs Auswärtsspiele haben die Raubkatzen verloren. Daran konnte auch der beste Spieler der Liga nichts ändern: Spielmacher Ahmad Smith, ein 1,95m großer Aufbauspieler mit unglaublicher Athletik, ist der Dreh- und Angelpunkt im Hertener Spiel und stand in 11 von 21 Begegnungen die vollen 40 Minuten auf dem Parkett. Der 25-jährige US-Amerikaner ist siebtbester Punktesammler (18,3 Punkte pro Spiel), bester Passgeber (7,4 Assists pro Spiel) und auch noch bester Rebounder (8,9 Rebounds pro Spiel) der Pro B.

Von seinen Zuspielen profitieren unter anderem sein Landsmann Cory Abercrombie (14,2 Punkte, 7,4 Rebounds) und Joleik Schaffrath (12,7 Punkte, 7,4 Rebounds). Die Baskets wollen wie immer mit mannschaftlicher Geschlossenheit und ihrer tieferen Bank dagegen halten. Einen Sonderbewacher für Smith wird es laut Schröder nicht geben: „Wir werden mit verschiedenen Leuten gegen ihn verteidigen.“
 
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