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Montag, den 21. November 2011 um 11:15 Uhr
Zittersieg gegen Frankfurt vor Rekordkulisse
Von Sebastian Hader   


Vor erstmals mehr als 6.000 Zuschauern im Münchener Audi Dome hat der FC Bayern die Fraport SKYLINERS aus Frankfurt mit 58:57 (27:27) niedergerungen und seine weiße Heimweste gewahrt. „Es war eines der Spiele, bei dem es so aussah, als ob ein Deckel auf dem Korb war, und je härter du im Treibsand trittst, desto tiefer sinkst du“, zeichnete FCB-Headcoach Dirk Bauermann ein Bild des Spielverlaufs.


„Da die nötige Gelassenheit und Ruhe zu behalten, ist extrem schwierig, vor allem wenn man so sehr gewinnen will, wie es diese Mannschaft tut“, meinte der 53-Jährige, dessen Team in den Schlusssekunden allerdings weniger durch Nerven-, als vielmehr mit Willensstärke glänzte. Nach Je'Kel Fosters wichtigem Dreier zum 58:55 und Jon Leuers Anschlusstreffer 18 Sekunden vor Schluss war es zunächst Robin Benzing, der zwei Freiwürfe daneben setzte. Foster aber holte den Offensivrebound und wurde umgehend selbst an die Linie geschickt. Der sonst so abgeklärte US-Amerikaner ließ sieben Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit jedoch ebenfalls beide Chancen liegen. Diesmal eroberte Jagla den Abpraller, schloss aber überhastet ab, vergab und bot damit den SKYLINERS die Möglichkeit, die Partie mit dem letzten Wurf zu entscheiden. Die Münchener hatten allerdings noch ein Teamfoul zu geben, nahmen damit weiter Zeit von der Uhr und den Gästen so die Chance, zu einem kontrollierten letzten Abschluss zu kommen.

Licht und Schatten auf beiden Seiten

Bis zu dieser dramatischen Schlussphase war die Begegnung geprägt von Licht und Schatten auf beiden Seiten. Dominierten die Bayern vom Start weg und führten nach den ersten zehn Minuten verheißungsvoll mit 19:9, gelangen ihnen im zweiten Abschnitt gerade einmal acht Zähler. Durch einen 12:2-Lauf kamen die Hessen in einer ebenso punktarmen wie kampfbetonten ersten Halbzeit zum Ausgleich. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel gingen die Frankfurter sogar erstmals in Führung und verlangten den Hausherren weiterhin alles ab. Chevon Troutman hielt sein Team zwar auf Kurs, kassierte zu diesem Zeitpunkt allerdings auch sein viertes Foul. Auf der Gegenseite versenkte Michael Thompson zwei Dreier in Folge, wenig später hieß es 40:47 aus Sicht des FCB. Der nahm den Kampf jedoch an und eroberte durch Foster zu Beginn der letzten zehn Minuten die Führung zurück, ehe es in eine nervenaufreibende Schlussphase ging.

Stimmen zum Spiel:

Muli Katzurin (Headcoach Fraport SKYLINERS): „Ich denke, wir haben gut gespielt, viele Minuten sogar besser als die Heimmannschaft. Leider haben wir auf der Zielgeraden ein paar Fehler gemacht – vor allem bei den Rebounds. Es war wirklich eine einmalige Situation, dass München vier Freiwürfe verworfen hat, mit denen sie das Spiel hätten früher gewinnen können. Wir haben es aber zweimal nicht geschafft, den Defensivrebound zu holen, und haben es damit verpasst, das Spiel für uns zu entscheiden. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Spieler. Ich denke, dass alle hart gekämpft haben, und wir werden uns auf das nächste Spiel konzentrieren. Gratulation an Coach Dirk Bauermann.“

Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München): „Ich denke, man kann die Glückwünsche mit Recht zurückgeben. Frankfurt hat aus meiner Sicht das mit Abstand stärkste Saisonspiel hier abgeliefert. Sie haben uns sehr gut verteidigt, sie haben immer das Tempo kontrolliert, sie haben den Ball gut bewegt und haben auch mit großer Geduld gespielt. Insofern haben sie auch nach unserer deutlichen Führung im ersten Viertel gezeigt, dass sie auch die charakterliche Stärke besitzen, die man braucht, um sich in solchen Situationen wieder zurückzukämpfen. Man hat heute auch gesehen, wie verrückt Basketball ist. Wenn man vier Freiwürfe hintereinander verwirft, aber jedes Mal den Offensivrebound bekommt, dann weiß man und merkt endgültig: Basketball ist keine Wissenschaft, sondern es ist ein Spiel. Man muss ehrlich sagen, dass wir heute die glücklichere Mannschaft waren. Wir haben eine starke Mannschaft wie Frankfurt unter 60 Punkten gehalten. Es war ein verdienter Sieg, weil wir ihn uns mit harter Arbeit erworben haben. Trotzdem – ohne Frage – hätte Frankfurt einen Sieg heute genauso verdient wie wir.“

FC Bayern München: Foster (12), Schwethelm (11), Troutman (10), Benzing (9), Jagla (8), Hamann (8), Greene, Hall, Nadjfeji, Wallace
Fraport SKYLINERS: McKinney (16), Thompson (14), Leuer (12), Ohlbrecht (8), Davidson (7), Theilig, Herber, Robertson, Nolte
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