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| Freitag, den 23. Dezember 2011 um 23:06 Uhr |
| Schöne Bescherung: FCB verliert in Würzburg |
| Von Michael Will (Foto: Sebastian Hader) |
![]() Mit einem 64:55 (26:29)-Erfolg über den FC Bayern München haben die s.Oliver Baskets ihren 3.140 Fans in der ausverkauften s.Oliver Arena ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bereitet. „Wir haben heute ein hochspannendes Spiel gesehen. Es hätte in die eine, aber auch in die andere Richtung ausgehen können. Ben Jacobsons Dreier in der Schlussphase war dann aber der Dolch in unseren Rücken“, erklärte ein sichtlich enttäuschter Dirk Bauermann. Der Bayern.Trainer bezog sich damit auf die Schlüsselszene, den Angriff der Hausherren in der 37. Spielminute, als Würzburgs Jacobson den Ball beim Spielstand von 51:50 aus dem Lauf von “downtown“ versenkte. Der Kapitän der Unterfranken erhöhte damit nicht nur die Führung auf vier Punkte, sondern auch den Lärmpegel der Zuschauer in einen Bereich, in dem man sich ernsthaft um die Statik der betagten Turnhalle sorgen musste. Im direkt darauf folgenden Angriff der Bayern musste aufgrund des gegnerischen Drucks Center Jared Homan in der eigenen Hälfte mit in den Ballvortrag eingebunden werden. Doch sein Gegenüber Jason Boone pflückte ihm sofort den Ball aus den Händen und leitete den Gegenstoß ein. Bei noch verbleibenden 60 Sekunden prallte zunächst der Korbleger von Chris Kramer vom Ring ab, doch Boone war erneut zur Stelle, schnappte sich den Offensivrebound und erhöhte per krachendem Dunking die Führung um zwei weitere Punkte. s.Oliver Baskets starten erschreckend schwach „Gegen Würzburg kann man mal verlier'n“, schallte fortan der liebste Schlachtruf der Baskets-Anhänger durch die Halle. Auch der letzte Bauermannsche Schachzug, den bekanntermaßen Freiwurf-schwachen Gegner an die Linie zu schicken, verpuffte schließlich an der überraschend hohen Trefferquote. Diese Szenen hätte zu Beginn des Spiels wohl kaum ein Zuschauer für möglich gehalten. Denn die s.Oliver Baskets starteten erschreckend schlecht in die Begegnung und lagen nach einem Fastbreak-Korbleger des anfangs stark aufspielenden Steffen Hamann nach fünfeinhalb Minuten bereits mit 0:12 zurück. Offener Schlagabtausch bis zum Jacobson-Dreier Nach einem Foul des Ex-Würzburgers Demond Greene konnte Chester Frazier nach knapp sechs Minuten schließlich den Bann brechen und per Freiwurf die ersten Punkte für die Heimmannschaft erzielen, wodurch es für die Residenzstädter fortan plötzlich lief. Bis zur ersten Viertelpause holten sie nicht nur auf, sie gingen durch einen Distanztreffer von Ricky Harris sogar mit einem Punkt in Führung. Der zweite Spielabschnitt hätte bei jedem Anhänger attraktiven Offensivspiels Alpträume ausgelöst. Ganze neun Würzburger und elf Münchener Punkte, davon nur ein einziger Treffer aus dem Feld, standen nach zehn Minuten zu Buche. Und auch nach der Pause lieferten sich die beiden Aufsteiger weiter einen offenen Schlagabtausch, bis schließlich Jacobson den besagten Dreier traf. Boone: Fans haben uns zum Sieg getragen „Wir haben heute nach dem 0:12-Start nicht aufgegeben. Die Bankspieler haben uns viel Energie gebracht. Durch die Ganzfeldverteidigung sind wir wieder zurück ins Spiel gekommen. Bis auf die ersten Minuten bin ich heute sehr zufrieden“, zeigte sich der siegreiche Trainer John Patrick stolz. Ein Manko fand er dann aber doch: „Wir haben im Angriff noch Luft nach oben.“ Deutlich kritischer klang dagegen das Resümee von FCB-Headcoach Dirk Bauermann: „Wir haben heute unsere Dreier nicht getroffen und zu viele Offensivrebounds zugelassen. Würzburg war bei den Rebounds aggressiver. Das ist aber ihre Spielweise.“ Würzburgs Mann des Spiels, Jason Boone, machte noch einen weiteren Faktor aus: „Die Fans waren heute großartig. In der Halle war wieder eine unglaubliche Energie. Nach 35 Minuten wurden alle Spieler müde. Die Energie unserer Fans hat uns die letzten Minuten zum Sieg getragen.“ s.Oliver Baskets: Harris (15), Elliott (12), Boone (8), Kramer (8), Frazier (8), Jacobson (8), King (3), Little (2), Tomaszek, Kleber FC Bayern München: Wallace (9), Hamann (9), Homan (9), Nadjfeji (8), Benzing (7), Greene (6), Troutman (5), Schwethelm (2), Jagla Ausführliches Scouting |