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Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 15:50 Uhr
Wichtiger Sieg im Krimi gegen Ulm
Von Christian Gadenne (Foto: Gerd Ulherr)   


Der FC Bayern München hat im Südgipfel gegen den Tabellenzweiten ratiopharm Ulm vor mit 6.700 Zuschauern ausverkauftem Haus einen 87:83 (34:42)-Erfolg eingefahren. „Wir wissen um unsere Qualität und mit dieser hohen Qualität ist die Mannschaft auch in das Spiel gegangen. Sie hat sowohl offensiv als auch defensiv sehr stark gespielt“, lobte FCB-Cheftrainer Dirk Bauermann den Auftritt seiner Schützlinge.


Je’Kel Foster brachte nach einem klugen Pass von Kapitän Steffen Hamann gleich seinen ersten Wurf von jenseits der Dreierlinie ins Ziel. Wenige Sekunden später traf auch Hamann selbst aus der Distanz. Bayern legte los wie die Feuerwehr und ging mittels eines 11:0-Laufs frühzeitig deutlich in Führung. Unterstützt von der recht zahlreichen lautstarken Anhängerschaft aus Ulm kämpften sich die Gäste dank einer besseren Trefferquote jedoch wieder heran und glichen eine Minute später sogar zum 14:14 aus. Auf der Gegenseite brachte Aleksandar Nadjfeji seine gesamte Erfahrung ein und setzte sich unter dem Korb zur knappen Münchener Führung nach dem ersten Viertel durch.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs gerieten gerieten die Bayern allerdings rasch in Rückstand. Auch eine Auszeit von Trainer Dirk Bauermann konnte nicht verhindern, dass der Tabellenzweite aus Ulm das Momentum nun auf seiner Seite hatte (20:26). Defensiv hielten die Hausherren die Intensität hoch, im Angriff aber fielen die Würfe nicht mehr und Ulm setzte sich auf neun Zähler ab. Bauermann versuchte es mit verschiedenen Formationen, doch die Gäste behielten ihre hohe Trefferquote in dieser Phase des Spiels bei. Kurz vor dem Ende des Viertels überraschten die Münsterstädter die Bayern mit einer Pressverteidigung über das ganze Spielfeld, doch Jonathan Wallace hatte mit einem trockenen Dreier zum 34:42-Halbzeitstand die passende Antwort parat.

Spiel entwickelt sich zu Kopf-an-Kopf-Rennen

Nach dem Seitenwechsel wurde es schließlich turbulent: Erst hängte Wallace dem Ulmer Center John Bryant dessen drittes Foul an, dann beging Trice ein unsportliches Foul an Robin Benzing, der allerdings nur einen der zwei fälligen Freiwürfe traf (39:42). In der Folge entwickelte sich das Spiel zu einem temporeichen Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein großes Problem an diesem Tag war aber das Rebound-Verhalten der Bayern, denn der Tabellenzweite erarbeitete sich viel zu viele Offensivrebounds und erzielte aufgrund der resultierenden zweiten Chancen etliche Punkte (56:62).

Den letzten Spielabschnitt läutete Steffen Hamann mit zwei Punkten ein, im Anschluss traf Jan Jagla einen Dreier und der Audi Dome witterte Morgenluft (61:64). Zur Mitte des Viertels kam dann die Zeit von Je’Kel Foster, der drei Dreier in Folge versenkte, die 72:70-Führung sicherstellte und Ulm zur Auszeit zwang. Auf das Konto des US-Amerikaners gingen auch die folgenden vier Punkte, die maßgeblich dazu beitrugen, dass die Münchener knapp die Nase vorn hatten (76:75). Ulm wehrte sich nach Kräften, doch Bayern zeigte Willen gepaart mit taktischem Geschick. Zehn Sekunden vor dem Ende bekam Foster den Ball beim Stande von 82:81 und eigenem Einwurf nicht auf Höhe der Dreierlinie, sondern unter dem Korb serviert und erzielte zwei frenetisch bejubelte Punkte zum 84:81. Die Gäste suchten das taktische Foul, doch die “Bauermänner“ bewiesen Nervenstärke und brachten den Sieg über die Zeit.

Stimmen zum Spiel:


Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm Ulm): „Glückwunsch an die Bayern. Wir haben ein sehr spannendes und phasenweise sehr hochklassiges Spiel gesehen. Es ist wirklich enttäuschend, dass wir heute hier verloren haben. Wir haben drei Viertel auf einem sehr hohen Niveau verteidigt und hatten die Chance, die Begegnung zu gewinnen. Im letzten Viertel haben wir nicht mehr so konsequent verteidigt, 31 Punkte zugelassen und Je’Kel Foster zu viele Freiräume gegeben.“

Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München): „Die Mannschaft hat sowohl offensiv als auch defensiv sehr stark gespielt. Als dann die Ulmer einige sehr schwierige Würfe in Folge verwandeln konnten, hat man gemerkt, dass bei uns ein wenig der Faden gerissen ist. Diese Mannschaft hat aber die Qualität, immer ins Spiel zurückzukommen – mit großer Aggressivität und Konsequenz, egal welche Wunderwürfe der Gegner verwandelt. Man darf es nicht erzwingen, sondern muss ruhig bleiben, den Ball weiter bewegen und Vertrauen in die Mitspieler haben. Das haben die Jungs heute toll gemacht und sich diesen Sieg hart erkämpft. Wenn ein Spieler symptomatisch für den heutigen Spielverlauf steht, dann war das sicherlich Je’Kel Foster, der sich in der ersten Halbzeit zunächst schwer getan, aber dann seinen Rhythmus gefunden hat. Es war ein toller Sieg der Moral.“

FC Bayern München: Foster (22), Homan (21), Troutman (11), Benzing (8), Wallace (7), Doreth (6), Hamann (5), Jagla (5), Nadjfeji (2), Greene, Schwethelm
ratiopharm Ulm: Swann (17), Günther (15), Nankivil (13), Trice (12), Bryant (11), Mason-Griffin (4), Esterkamp (2), Wenzl (2), Betz
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