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Freitag, den 23. Juli 2010 um 15:26 Uhr
„Professionelles Minimalistentum wird nicht reichen“
Von Sebastian Hader   
Geschlossen hat die Führung des FC Bayern München um Präsident Uli Hoeneß, Vize-Präsident Bernd Rauch und Headcoach Dirk Bauermann ihren Basketball-Ambitionen Nachdruck verliehen. Von der den Fußballern oftmals vorgeworfenen Arroganz jedoch keine Spur. „Wir treten nicht an, um den Basketball zu revolutionieren oder den großen Max zu markieren. Unsere Aufgabe liegt zunächst im sportlichen Bereich“, erklärte Hoeneß.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß (li.) und Headcoach Dirk Bauermann verfolgen ein gemeinsames Ziel. Foto: Sebastian Hader

Bayern-Präsident Uli Hoeneß (li.) und Headcoach Dirk Bauermann verfolgen ein gemeinsames Ziel. Foto: Sebastian Hader

Den FC Bayern im Basketball zu etablieren sei das primäre Ziel, der Aufstieg in die Beko Basketball Bundesliga die Maßgabe. „Wir haben ein Jahr Zeit, da muss das Ding fliegen“, verfolgt der Bayern-Präsident mit seinem “Kompetenzteam“ ehrgeizige Absichten. „Wir werden nicht anfangen, den Fußball links und rechts zu überholen. Fußball ist und bleibt das zentrale Thema des FC Bayern. Aber es ist zu 100 Prozent möglich, Basketball zu etablieren. Das geht bei Real Madrid, beim FC Barcelona – und auch beim FC Bayern.“

Überzeugt hat Hoeneß nach eigener Aussage neben dem “basketballverrückten“ Bernd Rauch vor allem die Person Dirk Bauermann. „Wir haben uns im April in einem Münchner Lokal getroffen. Ich bin mit einem neutralen Gefühl dorthin gegangen und wusste nach zehn Minuten: 'Das machen wir'“, verriet der 58-Jährige, der sich in seiner Funktion als Präsident des FC Bayern künftig auch verstärkt um die Belange der Basketballer kümmern will. Mit der Akquise der DAB bank AG als Hauptsponsor hat Hoeneß einen ersten Beitrag bereits geleistet.

Bauermann will Menschen und Region begeistern

4.000 bis 5.000 Zuschauer wollen die Bayern-Basketballer in der kommenden Pro-A-Saison in die Olympia-Eissporthalle locken, die aktuell für die “Mission Aufstieg“ gerüstet wird. „Wir haben eine hohe Verantwortung für den Verein und den Sport“, will Headcoach Dirk Bauermann, der für die Dauer seines Einsatzes mit der Nationalmannschaft bei der FIBA WM in der Türkei in München von Berthold Bisselik vertreten wird, die Menschen und die Region begeistern. „Dafür benötigen wir ein Team, dass nicht nur über hohe basketballerische, sondern auch menschliche Qualitäten verfügt“, weiß der 52-Jährige.

Während Neuzugänge wie Nationalspieler Demond Greene für die nötige Strahlkraft sorgen, sollen junge Akteure wie der erst 17 Jahre alte Center Bogdan Radosavljevic oder Lokalmatador Alexander Blessig als Bestandteil des Pro-A-Kaders gefördert werden. „Die Spieler müssen sich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche mit dem Projekt identifizieren. Professionelles Minimalistentum wird nicht reichen“, sieht Bauermann großes Potential, aber auch einen harten, steinigen Weg vor sich und seinem Team.

Vorhaben findet nicht nur national Beachtung

Beachtung finden die Pläne des FC Bayern München nicht nur national. „Dirk Nowitzki hat mich im Rahmen der U17-WM in Hamburg, als er bei der Nationalmannschaft weilte, zuerst zum FC Bayern befragt. Auch Ettore Messina, der Headcoach von Real Madrid, hat mich kürzlich in einem Telefonat darauf angesprochen und das Vorhaben gelobt“, berichtet Bauermann von vielseitigem Interesse, warnt jedoch auch: „Wir dürfen uns davon nicht blenden lassen. Unsere volle Konzentration muss unserem primären Ziel gelten, in dominanter Manier in die Bundesliga aufzusteigen.“