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Sonntag, den 11. April 2010 um 23:36 Uhr
FCB gewinnt schwäbisch-oberbayerischen Vergleich
Von Christian Gadenne   
66:61 (31:32) lautete der Endstand am Samstagabend aus Sicht der Münchner, die erneut stark ersatzgeschwächt in das bayrische Duell des 28. Spieltages gegen die Giants Nördlingen gegangen waren. Doch nach kleineren Startschwierigkeiten fand die Mannschaft, angeführt von einem gut aufgelegten Robert Maras, über eine starke Verteidigung ins Spiel und machte in den entscheidenden Spielphasen die wichtigen Punkte.

Christian Hoffmann stand den Bayern wegen Kniebeschwerden erneut nicht zur Verfügung. Foto: Sebastian Hader

Christian Hoffmann stand den Bayern wegen Kniebeschwerden erneut nicht zur Verfügung. Foto: Sebastian Hader

Erleichtert zeigte sich nach der Begegnung in der Hermann-Keßler-Halle vor allem FCB-Headcoach Michael Schwarz. Er hatte seine Mannschaft im Vorfeld immer wieder eindringlich gewarnt: „Die Nördlinger Mannschaft hat nichts mehr zu verlieren. Sie kann befreit aufspielen und das macht sie noch gefährlicher.“ Und der Trainer sollte recht behalten. Dass der sportliche Abstieg der Rieser bereits vor der Partie feststand, änderte nichts an der traditionellen Brisanz der Derbys und am Willen der Giants-Akteure, dem heimischen Publikum noch einmal einen Sieg zu bescheren.

Ein Blick auf die Aufstellung der Bayern bestärkte die Absichten der Nördlinger. Neben dem langzeitverletzten Sebastian Greene musste auch Rasheem Barrett mit einer Fußgelenksverletzung pausieren. Chris Hoffmann setzte mit Knieproblemen ein weiteres Spiel aus. An derselben Stelle zwickte es auch bei Power Forward Moritz Wohlers, weshalb auch dieser nicht zur Starting Five gehörte. Letztlich hatte Trainer Schwarz lediglich sieben gesunde Spieler in der Rotation, worunter drei Deutsche für die zwei Pflichtpositionen waren.

Im ersten Durchgang dominierten vor allem die Center das Geschehen. Marc Dawson und Robert Maras schenkten sich nichts, sammelten Rebounds und erzielten den Großteil der Punkte für ihre Teams. Auch die beiden Münchner Markus Hübner und Lance Stemler erwischten einen guten Start, konnten einen 15:19-Rückstand allerdings nicht verhindern. Auf sechs Punkte wuchs zu Beginn der zweiten zehn Minuten der Vorsprung der Giants (21:15). Doch mit zunehmender Spieldauer klappte auch die Verteidigungsarbeit der Bayern immer besser. Kurz vor dem Kabinengang traf Stemler mit seinem zweiten Dreipunkterfolg im zweiten Versuch zum 31:32-Anschluss und Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel erhielten die Münchner Inside-Spieler zunehmend auch Unterstützung von außen. Chris Moore und Josh Mueller trafen und machten ihre Ballverluste aus der Anfangsphase wett. Mit einer knappen 47:43-Führung der Bayern ging es in den Schlussdurchgang. Allen Warnungen des Headcoaches zum Trotz holten sich die Hausherren mit zwei Dreiern die Führung zurück (49:47). Stemler aber antwortete unerschrocken und mit hochprozentiger Quote aus der Distanz (50:49). Um im Gegenzug nicht wieder die Führung herzugeben, griff Michael Schwarz zu einem unerwarteten, taktischen Mittel: Moritz Wohlers kam aufs Parkett und hatte zuvor von seinem Bankplatz aus genau beobachtet, wo er defensiv stehen musste und von wo aus er punkten konnte. Und prompt tat er es. Der 25-Jährige krönte seinen Kurzeinsatz mit einem wichtigen Treffer aus der Distanz und einem Assist für Markus Hübner, der zur 56:49-Vorentscheidung einnetzte. Die Führung gaben die Bayern nicht mehr aus der Hand und zeigten in der Schlussphase, dass sie den Sieg an diesem Abend mehr wollten als die Gastmannschaft.

Drei von vier Durchgängen entschieden die Münchner für sich. Vor allem, weil sie die Offensivbemühungen der Giants ein ums andere Mal ins Leere laufen ließen. Robert Maras schaffte mit 15 Punkten und 13 Rebounds sein bereits siebtes Double-Double der Saison und auch Lance Stemler und Markus Hübner überzeugten mit guter Wurfausbeute und großem Siegeswillen. Auch im letzten Heimspiel der Saison 2009/10 am kommenden Samstag (19.30 Uhr) soll ein Sieg her. Die Mannschaft aus der Wissenschaftsstadt Jena kann kommen.

Giants Nördlingen: Watson (14), Archibald (12), Dawson (10), Michael (9), Heindel (8), Fumey (6), Eichler (2), Liyanage, Neukamm
FC Bayern München: Maras (15), Stemler (12), Moore (11), Hübner (10), Mueller (8), Barker (5), Wohlers (3), Rotim, Hoffmann
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