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Sonntag, den 11. Dezember 2011 um 10:54 Uhr
Bayern kehren wieder mit leeren Händen heim
Von Christian Gadenne / Sebastian Hader   


Die Achillesferse des FC Bayern München bleibt die Auswärtsschwäche. In der Bremer ÖVB-Arena kassierte die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Bauermann bereits die vierte Niederlage im fünften Auswärtsspiel der laufenden Saison. Mit 71:73 (33:28) unterlag der Aufsteiger den Eisbären Bremerhaven, die durch den Erfolg in der Tabelle auf Rang fünf kletterten. Die Münchener stehen punktgleich auf dem siebten Platz.


Wie schon bei den Gastspielen der Bayern in Quakenbrück oder Oldenburg stand das Spiel bis in die Schlusssekunden auf des Messers Schneide – abermals mit dem besseren Ende für den Gegner. Denn als Chevon Troutman zweieinhalb Minuten vor dem Ende mit einem Dreier zur 71:66-Führung für die Münchener traf, war noch längst nichts entschieden. Ganz im Gegenteil: Die Eisbären Chris McNaughton, Terrell Everett und Zachery Peacock profitierten in der Schlussphase vor allem von Ballverlusten der Bayern (insgesamt 19) und markierten entscheidende Punkte. Beim Stand von 71:73 aus Gäste-Sicht und etwas mehr als zwei Sekunden auf der Uhr nahm Dirk Bauermann die letzte Auszeit. Mit dem anschließenden Einwurf an der Seitenlinie ging der Ball zu Ben Hansbrough, der allerdings nicht ungestört zum Wurf kam und somit das Spiel nicht mehr drehen konnte.

Gestartet war der Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt verheißungsvoll. Besonders unter dem Korb hatten die Bayern Vorteile, die Chevon Troutman und Jared Homan mit einem 8:0-Lauf zur frühen 12:4-Führung nutzten. Mit Torrell Martin, der nach einem Zweikampf humpelnd das Spielfeld verließ, schied in dieser Phase zudem einer der wichtigsten Akteure der Gastgeber verletzungsbedingt aus. Während sich die Eisbären neu sortieren mussten, markierte Robin Benzing die größte Gäste-Führung des Spiels (18:9). Dank 73 Prozent Trefferquote aus dem Zweierbereich und starker Verteidigung gewannen die Münchener den ersten Durchgang mit 18:11.

Bremerhaven legt 10:0-Zwischenspurt hin

Zu Beginn des zweiten Durchgangs behauptete der Nationalspieler mit seinen Treffern zum 20:13 zunächst den Vorsprung, in der Folge leisteten sich die Bayern jedoch zu viele Ballverluste und verloren zusehends den guten Rhythmus der Anfangsminuten. Getragen von den knapp 10.000 Zuschauern in der ÖVB-Arena gingen die Bremerhavener zur Mitte des Spielabschnitts nach einem 10:0-Zwischenspurt erstmals in Führung (20:23). Binnen Sekunden eroberten Troutman und Homan allerdings die Führung zurück. Letzterer traf mit seinen Punkten neun und zehn auch zum 33:28-Halbzeitstand.

Deutlicher als das Zwischenergebnis fiel bis zu diesem Zeitpunkt aber das Reboundverhältnis aus. Mit 20:12 zeigte sich eine klare Überlegenheit der Bauermann-Truppe (neun Offensivrebounds). Die Punkte-Differenz dagegen blieb bis ins Schlussviertel (51:45) nahezu unverändert. 61:61 hieß es Mitte der letzten zehn Minuten nach einem Dreier von Terrell Everett. Hansbrough und Greene brachten die Gäste zwar ebenso wie wenig später Troutman per Dreier wieder mit fünf Zählern in Front, doch eine Vorentscheidung konnten sie aufgrund zu vieler Ballverluste und fehlender Cleverness nicht herbeiführen.

Stimmen zum Spiel:


Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München):
„Glückwunsch an Doug und die Eisbären. Das Spiel war Werbung pur für den Basketball-Sport. Es war wirklich alles dabei und spannend bis zur allerletzten Sekunde. Wir haben gut angefangen und das Spiel lange Zeit kontrolliert. Mit ein wenig mehr Ruhe und Cleverness im Abschluss hätten wir sicherlich gewinnen können. Allerdings hat Bremerhaven eine so große Qualität, dass sie im Schlussviertel noch einmal zurückkommen konnten. Zudem haben die Eisbären in der entscheidenden Phase sehr gut verteidigt.“

Douglas Spradley (Headcoach Eisbären Bremerhaven):
„Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben die Bayern das Spiel in Sachen Intensität und Rebounds klar bestimmt. Nach der Pause haben uns die Bankspieler und die tolle Kulisse einen echten Schub gegeben. Ich kann mich Dirk Bauermann nur anschließen: Dieses Spiel war echte Werbung für den Basketball.“

Eisbären Bremerhaven: Everett (17), McNaughton (17), Smith (10), Peacock (9), Raffington (8), Cain (5), Martin (3), Smith (2), Brewer (2)
FC Bayern München: Troutman (17), Greene (15), Hansbrough (13), Homan (12), Hamann (6), Benzing (6), Nadjfeji (2), Jagla, Schwethelm, Wallace
Ausführliches Scouting