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Sonntag, den 12. Februar 2012 um 15:24 Uhr
Auswärtsfluch der FCB-Korbjäger hält an
Von Christian Gadenne (Foto: Sebastian Hader)   


Die Niederlagenserie der Basketballer des FC Bayern München bei Auswärtsspielen hat sich auch am 21. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga fortgesetzt. Vor 5.900 Zuschauern in der ausverkauften Arena Trier unterlag die Mannschaft von Headcoach Dirk Bauermann der TBB Trier mit 68:70 (41:34). Über drei Viertel kontrollierten die Münchener das Geschehen und lagen zwischenzeitlich sogar mit Zählern in Führung. In den Schlussminuten kippte die Partie jedoch zu Gunsten der Gastgeber.


Auch den etwas besseren Start in die Begegnung erwischten die Trierer. Dragan Dojcin traf in der vierten Spielminute aus der Distanz zur 11:6-Führung für seine Mannschaft. Nach einem Dreier-Schlagabtausch, in dem Chevon Troutman und Demond Greene für die Bayern verwandelten, dunkte Jared Homan nach schönem Zuspiel von Steffen Hamann zum 14:14-Ausgleich. Die Hausherren zeigten sich beeindruckt und erzielten in den verbleibenden dreieinhalb Minuten des ersten Viertels nur noch drei Treffer von der Freiwurflinie, während Greene am Ende des Durchgangs bereits seinen zweiten Dreier zum 22:17-Viertelstand verwandelte. Diese Treffsicherheit nahm der FCB-Guard auch mit in den zweiten Spielabschnitt. Auch sein dritter Wurf aus der Distanz fiel durch die Reuse (27:20). Dann folgten die Minuten des Aleksandar Nadjfeji: Von der Trierer Verteidigung nicht zu stoppen, erzielte der Routinier in gewohnter Manier acht Punkte in Serie zur 35:26-Führung. Doch es gelang den Münchenern in dieser Phase nicht, den Vorsprung weiter auszubauen. In Person von Nationalspieler Philip Zwiener verkürzten die Trierer nach eineinhalb punktlosen Minuten der Gäste wieder auf 35:30. Je‘Kel Foster beendete die kurze Durststrecke seines Teams mit einem schwierigen Treffer aus der Distanz zum 38:30, erneute Punkte von Zwiener konterte Kapitän Steffen Hamann mit dem sechsten Bayern-Dreier des Spiels. Auch wenn Dru Joyce die letzten Punkte vor der Halbzeit markierte, entschied der Aufsteiger auch den zweiten Durchgang mit 19:17 für sich.

Zweistellige Führung wieder aus der Hand gegeben

Nach dem Seitenwechsel bot sich ein unverändertes Bild. Beide Mannschaften verteidigten hart und ließen den Ball gut laufen. In der 27. Spielminute besorgte Jonathan Wallace mit einem Dreier aus schwieriger Wurfposition den ersten Zehn-Punke-Vorsprung der Begegnung (50:40). Foster erhöhte diesen von der Freiwurflinie sogar auf 52:40. In der Folge versäumten es die Münchener aber erneut, sich weiter abzusetzen. Auf Trierer Seite hielten dagegen insbesondere Bynum, Joyce und Zwiener dagegen. Sie verkürzten den Rückstand vor dem Schlussabschnitt auf 50:57. Zu Beginn der letzten zehn Minuten setzte sich die Aufholjagd der Hausherren fort. Auch und vor allem, weil die Treffsicherheit der Bayern in der gesamten zweiten Spielhälfte deutlich nachließ. In der 33. Spielminute zwang James Washington Dirk Bauermann mit seinem Treffer zum 59:58-Anschluss zur Auszeit. Doch der Lauf der TBB war nicht zu bremsen. Im darauf folgenden Angriff eroberte Washington mit einem Dreier aus der Ecke die Führung für sein Team zurück: 59:61 aus FCB-Sicht.

Foster verliert Ballkontrolle, Bayern das Spiel

Zum wiederholten Male in dieser Saison mussten die Münchener auswärts kämpfen. Homan und Hamann lieferten wichtige Punkte zum 64:61. Als die Trierer in der Folge abermals in Führung gingen, hielt es auf den Rängen längst niemanden mehr auf seinem Sitz (64:66). Nach der letzten Auszeit von Trainer Bauermann glich Homan eineinhalb Minuten vor dem Ende aus (66:66). Doch Zwiener und Linhart (per Freiwurf) schossen erneut die Gastgeber in Führung. Beim Stande von 66:69 aus Sicht der Bayern ging Foster nach einem Foul an die Freiwurflinie und verkürzte auf 68:69. Henrik Rödl reagierte sieben Sekunden vor dem Ende mit einer weiteren Auszeit. Trier war in Ballbesitz, die Münchener mussten also die Uhr stoppen. Und so ging Maik Zirbes nach einem taktischen Foul von Robin Benzing an die Freiwurflinie. Zirbes verwandelte den ersten Freiwurf sicher, zeigte dann jedoch Nerven: Fünf Sekunden vor Schluss hieß es somit 68:70. Foster angelte sich den Rebound, dribbelte in die gegnerische Hälfte, lief sich dort allerdings, umringt von mehreren Gegenspielern, fest, verlor die Kontrolle über den Ball und die Bayern erneut in fremder Halle.

Stimmen zum Spiel:

Dirk Bauermann (Headcoach FC Bayern München): „Glückwunsch an Henrik Rödl und die Mannschaft. Sie haben vor einer tollen Kulisse sehr viel investiert und sind verdienterweise dafür belohnt worden. Wir haben das Spiel heute über weite Phasen kontrolliert. Drei Viertel lang war das eine sehr ordentliche Leistung unserer Mannschaft. Als wir uns hätten entscheidend absetzen können, haben wir die Tür für Trier offen gehalten, die über ihren Kampf, ihren Einsatz, aber auch ihre Qualität zurück ins Spiel gefunden haben."

Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): „Ich bin natürlich sehr froh über diesen Sieg, wir haben auch das dritte Heimspiel in Folge zu einem Krimi gestaltet und das bessere Ende für uns gehabt. Entscheidend war, dass wir in der zweiten Halbzeit besser verteidigt haben und auch das nötige Selbstvertrauen zeigten."

TBB Trier: Joyce (18), Zwiener (12), Zirbes (10), Washington (8), Dojcin (7), Bynum (6), Linhart (5), Seiferth (4), Faßler
FC Bayern München: Nadjfeji (15), Homan (14), Greene (11), Hamann (10), Foster (9), Benzing (3), Troutman (3), Wallace (3), Doreth, Schwethelm
Ausführliches Scouting