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Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 07:59 Uhr
„Es wird eine sehr aufregende Reise“
Von Sebastian Hader   
Die Pro-A-Basketballer des FC Bayern München sind eines der großen Themen der Offseason. Bastian Doreth ist einer von ihnen. Der 21 Jahre alte, zuletzt für den Nürnberger Basketball Club aktive Point Guard schloss sich im Sommer dem Team aus der bayerischen Landeshauptstadt an und verfolgt wie sein neuer Arbeitgeber ehrgeizige Ziele. COURT-VISION.DE sprach mit Doreth über seinen Wechsel, seine Rolle im Team und die neue Saison.

Spielmacher Bastian Doreth will mit dem FC Bayern in die Beko Basketball Bundesliga aufsteigen. Foto: Zink

Spielmacher Bastian Doreth will mit dem FC Bayern in die Beko Basketball Bundesliga aufsteigen. Foto: Zink

Bastian, Du wechselst von der Pro B in ein Pro-A-Team, das von den Namen her eher nach Bundesliga klingt: Hast Du schon eine vage Vorstellung von dem, was da Ende September in München auf die Reise geht?

Bastian Doreth: „Das stimmt, alleine der Name FC Bayern München hat einen großen Klang. Das weiß ich natürlich und deshalb bin ich auch nach München gewechselt, weil wir eine sehr, sehr schlagkräftige Truppe für die Pro A haben werden, die wahrscheinlich auch in der Beko BBL so schlecht nicht abschneiden würde. Das langfristige Ziel ist ganz klar, an die Spitze der Beko BBL zu kommen. Dementsprechend wird es sehr steil bergauf gehen und eine sehr aufregende Reise werden."

Kam der Kontakt zum FC Bayern unmittelbar durch Dirk Bauermann zustande, der Dich ja unter anderem aus dem A2-Nationalteam kennt und in der Vergangenheit sehr gelobt hat?

Bastian Doreth: „Ja, der Kontakt entstand direkt durch Dirk Bauermann. Er hat mir von dem Projekt und den Plänen in München berichtet und konnte sich gut vorstellen, dass ich ein Teil davon werde."

Hast Du über Offerten anderer Clubs überhaupt nachgedacht oder war für Dich schnell klar, dass Du Teil dieses Projekts sein möchtest?

Bastian Doreth: „Ich habe mir natürlich auch andere Angebote angeschaut, zum Teil auch aus der BBL, und darüber nachgedacht. Da ich aber eher in der näheren Umgebung von Nürnberg bleiben wollte, kam mir das Angebot aus München sehr gelegen und überzeugte mich von Beginn an."

Du hast in der abgelaufenen Pro-B-Saison furios angefangen. Anschließend wurde es zwar etwas ruhiger, dennoch war es eine gute Saison für Dich. Gab es für Deine persönliche Entwicklung überhaupt eine Alternative zu einem Wechsel in die Pro A?


Bastian Doreth: „Ich denke, ich habe die ganze Saison über konstant gut gespielt. Anfangs musste ich des Öfteren als Scorer aushelfen, zum Ende hin konnte ich mich dann mehr und mehr auf die wichtigen Aufgaben als Point Guard konzentrieren. Natürlich wollte ich gleich in die BBL, da ich mit Bamberg schon etwas Luft in der ersten Liga und auch im EuroCup geschnuppert hatte, doch im Moment ist es in Deutschland bekanntlich schwierig, einen passenden Platz in der BBL zu bekommen."

Das Medieninteresse an den Basketballern des FC Bayern ist mit der Neuausrichtung riesig. Herrscht hinter verschlossenen Türen an der Säbener Straße eine ähnliche “Mir-san-mir“-Euphorie oder geht in der Saisonvorbereitung alles seinen geregelten Gang, wie man es auch von anderen Vereinen kennt?

Bastian Doreth: „Im Moment ist der Medienrummel dank der großen Namen, die mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht werden, natürlich groß, doch ich denke, wenn die Vorbereitung beginnt, wird alles seinen gewohnten Gang gehen. Ich hoffe natürlich, dass die Medien weiter viel über den FC Bayern berichten werden, weil ich glaube, dass der Name FC Bayern München eine gute Werbung für den deutschen Basketball ist."

Beckham Wyrick und auch Demond Greene kennst du aus Bamberg, mit Artur Kolodziejski und Aleksandar Nadjfeji wurden weitere gestandene Bundesligaprofis für die Pro A verpflichtet. Wie beurteilst Du den aktuellen Stand der Kaderzusammensetzung?


Bastian Doreth: „Ich denke, man hätte keine besseren Spieler mit mehr Qualität und Erfahrung nach München holen können. Es ist für mich sehr aufregend, mit solchen Spielern auf dem Feld stehen zu dürfen."

Mit der Verpflichtung solcher Spieler wächst die Erwartungshaltung, seid ihr ähnlich wie die Fußballer zum Erfolg nahezu verdammt. Wie gehst gerade Du als junger Spieler mit dieser großen Herausforderung und dem Druck um?

Bastian Doreth: „In meinen Augen wächst man mit dem Druck und ich glaube, die Mannschaft wird qualitativ so gut aufgestellt sein, dass wir keine Angst vor dem Druck haben müssen. Mich persönlich spornt der hohe Druck an und ich möchte den erfahreneren Spielern in nichts nachstehen. Deshalb habe ich damit kein Problem."

Es gab sicher mehrere Gespräche mit Dirk Bauermann. Welche Erwartungen richtet der Headcoach an Dich und wie wurde Deine Rolle im Team definiert?

Bastian Doreth: „Der Coach erwartet natürlich höchsten Einsatz und Disziplin von mir. Ich soll sehr viel Intensität ins Spiel bringen und mich über die Verteidigung beweisen, was mir sehr liegt. Es ist noch nicht klar, ob ich als Backup von der Bank komme oder von Beginn an spiele. Ich werde, egal welcher Spieler auf meiner Position noch verpflichtet wird, jeden Konkurrenzkampf annehmen und versuchen, mich zu behaupten."

Für jeden jungen Spieler ist die Nationalmannschaft ein großes Thema. Ist die Arbeit mit dem Bundestrainer auf Vereinsebene ein zusätzlicher Ansporn, sich täglich neu zu beweisen?

Bastian Doreth: „Natürlich ist es ein zusätzlicher Ansporn, aber jeder, der Dirk Bauermann kennt, weiß, dass er die Vereinsarbeit und die Nationalmannschaft voneinander trennt. Somit muss ich in jedem Spiel aufs Neue eine gute Leistung bringen und mich so für die Nationalmannschaft empfehlen."

Welche persönlichen Ziele verbindest Du mit Deinem Wechsel und der Saison 2010/2011?

Bastian Doreth: „Persönlich möchte ich viel von den älteren Spielern lernen. Ich möchte mir so viel Spielanteile wie möglich beim FC Bayern erarbeiten und mit der Mannschaft in die BBL aufsteigen."

Wie sieht der Vorbereitungsfahrplan für die kommenden Wochen aus?

Bastian Doreth: „Ich werde bis zum 17. August noch individuell in Nürnberg zweimal täglich an meiner Fitness und Athletik sowie in der Halle an meinem Spiel arbeiten. Anschließend beginnt die normale Saisonvorbereitung mit der Mannschaft in München."

Wenn Du einen Münchner Basketballbegeisterten für die kommende Saison und die Spiele des FCB in der Olympia-Eishalle werben solltest: Was würdest Du ihm sagen?

Bastian Doreth: „Komm' vorbei und erlebe den neuen Münchner Basketball, der bald ganz Deutschland begeistern wird!"