| Samstag, den 14. Januar 2012 um 19:02 Uhr |
| Verletzungssorgen trüben Freude über den Sieg |
| Von Sebastian Hader |
![]() Der mit Abstand am schwersten erkämpfte Heimerfolg in der laufenden Spielzeit hat bei den Bamberger Zweitliga-Basketballerinnen nur sehr verhaltenen Jubel ausgelöst. „Wir sind einfach froh, gewonnen zu haben“, meinte DJK-Cheftrainer Steffen Dauer nach dem 72:60 (36:34)-Arbeitssieg gegen die DJK/MJC Trier mit gedrückter Stimme, während sein Blick in Richtung der verletzten Spielerinnen wanderte. Mit Johanna Beck und Petra Oberpaul waren zuvor beide Centerspielerinnen nacheinander verletzungsbedingt ausgeschieden. Als die bereits angeschlagen in die Partie gegangene Beck mit stechendem Schmerz im Knie Mitte des dritten Viertels aufgeben musste, sprang Oberpaul zunächst in die Bresche und gab ihrer Mannschaft mit all ihrer Routine, wichtigen Rebounds und Punkten in kritischen Phasen die nötige Stabilität. Kurz vor Schluss knickte sie bei einem Kontakt mit ihrer Gegenspielerin jedoch um und humpelte, mit schmerzverzerrtem Gesicht und gestützt von ihren Kolleginnen, vom Feld. Anstelle entspannter Gesichtszüge ob des Heimsieges wurden Dauers Sorgenfalten damit nur noch tiefer, nachdem sich unter der Woche im Training bereits Katharina Gröger verletzt hatte. Mit einem Bänderriss wird die zweite Spielmacherin nach Kathrin Gut (Mittelfußbruch) mehrere Wochen fehlen. Ungeachtet der personellen Rückschläge starteten die DJK-Damen gegen den starken Aufsteiger furios und führten nach gerade einmal 120 Sekunden mit 9:0. Doch schon drei Minuten später war die Begegnung ausgeglichen und aus anfänglicher Konsequenz bei den Bambergerinnen Unsicherheit geworden. „Nachdem unsere Dreier gefallen sind, dachten wir, dass es so weitergehen würde und haben es vollkommen vernachlässigt, konsequent den Korb zu attackieren“, führte Dauer neben mangelnder Konzentration auch die neue Rollenverteilung als Grund für das nicht immer souveräne Auftreten seiner Mannschaft an. „Wir haben es mit einer neuen Situation zu tun, die nicht einfacher wird, wenn Liisi Sokman und Annika Lohneiß uns in den nächsten zwei Wochen verlassen.“ Letztes Heimspiel für Sokman Für die Estin Sokman, die ein gutes Spiel machte, aufgrund der Ausländerbeschränkung jedoch nicht wie gewünscht eingesetzt werden konnte, war es das letzte Heimspiel im DJK-Trikot. Nach Beendigung ihres Praktikums bei den Brose Baskets kehrt sie am 23. Januar in ihre Heimat zurück. Eine Woche später verliert Dauer dann in Person von Annika Lohneiß, die es beruflich ins Ausland zieht, eine seiner erfahrensten und besten Verteidigerinnen. Auch die konnte allerdings nicht verhindern, dass die vor allem unter dem Korb gut aufgestellten Gäste zu Beginn des zweiten Viertels erstmals in Führung gingen und die Partie fortan offen hielten. Vor allem defensiv machten sich die Bambergerinnen das Leben selbst schwer, kamen durch einen Buzzerbeater-Dreier von Svenja Zeis bis zur Pause aber mit einem blauen Auge davon (36:34). Nach dem Seitenwechsel wirkte der amtierende Meister in der Verteidigung erheblich präsenter, offensiv jedoch blieb es auf beiden Seiten ein Spiel der vergebenen Chancen. „Wir haben in der Halbzeit besprochen, was wir besser machen müssen und hinten dann auch eine zweite Hälfte gespielt, mit der ich sehr zufrieden war. Vorne haben wir uns nicht für den Aufwand belohnt, den wir betrieben haben. So war es lange Zeit ein enges Spiel, in dem man die richtigen Entscheidungen treffen musste“, resümierte der Trainer der Gastgeberinnen und gab zu bedenken, dass man es mit einem Gegner zu tun gehabt hätte, der als Aufsteiger durchaus die Qualität besitze, im Kampf um die Playoff-Plätze ein Wörtchen mitzureden. Endgültige Entscheidung erst 40 Sekunden vor Schluss Endgültig geschlagen gaben sich die Triererinnen erst 40 Sekunden vor Schluss nach einem Ballverlust. 69:60 hieß es zu diesem Zeitpunkt zu Gunsten der Don-Bosco-Damen, die sich nach einem punktarmen dritten Durchgang (13:9) im Schlussviertel wiederholt auf acht Punkte abgesetzt, die Gegenwehr der Gäste damit aber noch längst nicht gebrochen hatten. „Wer Erster bleiben will, muss solche Spiele gewinnen. Es gab immer wieder Situationen, in denen das Spiel hätte kippen können, die wir aber gut gemeistert haben“, lobte Dauer, bei dessen Worten allerdings stets die Sorge um seine verletzten Spielerinnen mitschwang. DJK Don Bosco Bamberg: Miller (18), Johnson (15), Hirmke (13), Oberpaul (9), Hartmann (5), Stößel (4), Lohneiß (3), Zeis S. (3), Sokman (2), Beck, Mendler DJK/MJC Trier: Maerz (16), Stevenson (16), Grieb (15), Beckert (5), Thomas (4), Jodes (2), Kern (2), Marx Ausführliches Scouting |