| Sonntag, den 11. September 2011 um 22:39 Uhr |
| Zu hohe Hürde – Deutschland ausgeschieden |
| Von Sebastian Hader |
![]() Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Litauen das Viertelfinale und damit ihr großes Ziel, die Qualifikation für Olympia 2012 in London, verpasst. Ein Sieg mit mindestens elf Punkten Differenz wäre nach dem Erfolg der Serben gegen die Türkei für den Einzug in die nächste Runde vonnöten gewesen, am Ende unterlag die Auswahl von Bundestrainer Dirk Bauermann dem Gastgeber mit 75:84 (33:37). Während Litauen hinter Spanien und Frankreich als Gruppendritter ab Mittwoch im Viertelfinale auf den Sieger der Begegnung Mazedonien gegen Russland trifft, muss die DBB-Auswahl am Montag die Heimreise antreten. „Die Jungs haben alles gegeben und hatten Litauen am Rande der Niederlage. Dafür gebührt der gesamten Mannschaft der größte Respekt. Schade, dass es nicht gereicht hat“, kommentierte der Bundestrainer die folgenreiche Niederlage. Denn das damit verbundene Aus für seine Mannschaft stellt gleichzeitig das Ende der Ära Dirk Bauermann dar. Der 53-Jährige wird seinen Posten beim Deutschen Basketball Bund räumen und in der kommenden Saison ausschließlich als Vereinscoach die Geschicke bei Bundesliga-Aufsteiger Bayern München leiten. Nowitzkis Zukunft offen Dirk Nowitzkis 141. Länderspiel könnte unterdessen ebenfalls sein letztes gewesen sein. „Man muss schauen, was die Zukunft bringt. Ich brauche jetzt erst einmal ein bisschen Pause. Ich habe ein langes Jahr hinter mir und muss erst einmal ein bisschen Abstand gewinnen. Dann kann man sich sicherlich von Jahr zu Jahr unterhalten, wobei 2012 jetzt ja leider kein Event ansteht“, ließ der amtierende NBA-Champion die Frage nach seiner Zukunft in der Nationalmannschaft offen. Wenig Hoffnung auf eine Fortsetzung seiner Karriere im DBB-Trikot machte allerdings der anschließende Nachsatz des gebürtigen Würzburgers: „Es war bis jetzt eine tolle Zeit. Ich möchte mich bei allen für großartige 13 Jahre bedanken, auf die ich immer mit einem lachenden Auge zurückblicken werde.“ Nur 24 Prozent Trefferquote aus dem Feld Das entscheidende Spiel gegen die Litauer dürfte der 33-Jährige dabei wohl eher ausklammern. Mit nur 24 Prozent Trefferquote aus dem Feld (4/17) erwischte Nowitzki einen rabenschwarzen Tag und sparte auch nicht mit Selbstkritik: „Wir haben alles auf dem Feld gelassen und gekämpft. Im Endeffekt lag es an mir, denn ich war einfach nicht in der Verfassung, ein gutes Turnier abzuliefern. Im Schlussviertel hatte ich zweimal die Führung auf der Hand. Wenn ich fit bin, verwandle ich solche Chancen. So hat es aber nicht gereicht.“ 64:65 hieß es Mitte des Schlussabschnitts aus Sicht der Deutschen, als Nowitzki von Litauens diesjährigem Draft-Pick Valanciunas zunächst geblockt wurde und nach dem anschließenden Offensivrebound den Ball verlor. Heiko Schaffartzik glich die Begegnung mit einem Dreier zum 67:67 zwar noch einmal aus, doch die Zeit lief gegen die ING-DiBa-Korbjäger. 120 Sekunden vor Schluss sorgte Philipp Schwethelm erneut für Gleichstand (75:75), ein Elf-Punkte-Erfolg über die vor heimischer Kulisse clever auftretenden Litauer lag zu diesem Zeitpunkt aber freilich bereits außer Reichweite. Auf europäischem Topniveau noch nicht konkurrenzfähig Letztlich blieb die Erkenntnis, dass die DBB-Auswahl ohne einen Dirk Nowitzki in Topform auf europäischem Topniveau noch nicht konkurrenzfähig ist. Zu deutlich offenbarten sich die Schwächen in der Verteidigung bei Schnellangriffen des Gegners, zu häufig leisteten sich Steffen Hamann & Co. in Schlüsselszenen Ballverluste. Darüber hinaus ging trotz achtbarer Leistung gegen die Litauer, die nach einem 11:2-Lauf im dritten Viertel bereits auf neun Zähler (43:52) davongezogen waren, von zu wenigen Spielern Gefahr aus. Nun steht die deutsche Nationalmannschaft vor einem Umbruch. Während die Zukunft des mit 25 Punkten und elf Rebounds herausragenden Chris Kaman ebenso wie die Nowitzkis ungewiss ist, gehört Spielern wie Robin Benzing (18 Punkte bei 100 Prozent Trefferquote) die Zukunft. Mit welchen Mitspielern und unter welchem Trainer wird sich aber wohl frühestens nach der Aufarbeitung der EM entscheiden. Deutschland: Robin Benzing (FC Bayern München, 18), Johannes Herber (Fraport SKYLINERS), Steffen Hamann (FC Bayern München), Sven Schultze (ALBA Berlin), Heiko Schaffartzik (ALBA Berlin, 13), Philipp Schwethelm (FC Bayern München, 3), Tibor Pleiß (Brose Baskets), Chris Kaman (Los Angeles Clippers/USA, 25), Lucca Staiger (ALBA Berlin), Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks/USA, 16), Jan-Hendrik Jagla (FC Bayern München) Weitere Turnier-Informationen unter www.eurobasket2011.com. |