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Dienstag, den 28. Juni 2011 um 20:14 Uhr
"In meinem Herzen werde ich immer Würzburger bleiben"
Von Sebastian Hader   


Er wird gefeiert wie ein Popstar, ist Deutschlands bester Basketballer aller Zeiten, seit kurzem NBA-Champion und nichtsdestotrotz noch immer der Dirk Nowitzki, der er immer war. Bescheiden, bodenständig und stets höflich, so kennen ihn die Menschen in seiner Heimat Würzburg seit jeher. Neuerdings zeichnen den “größten Sohn“ der Stadt jedoch auch eine ungeahnte Lockerheit und vor allem das Lächeln eines Siegers aus.


„Ich fahre wieder einmal an die Mecklenburgische Seenplatte“, lässt er etwa Moderator und SPORT1-Kommentator Frank Buschmann in der Pressekonferenz mit der Frage, wohin es denn für den 2,13m-Schlacks in den Urlaub gehe, auflaufen und hat damit die Lacher in der s.Oliver Arena auf seiner Seite. Auch zu seinen Zukunftsplänen lässt sich der wertvollste Spieler der NBA-Finals wenig entlocken. Ans Aufhören aber denkt er noch lange nicht. Seinen Vertrag bei den Dallas Mavericks will er in jedem Fall erfüllen. Im Tarifstreit zwischen Clubbesitzern und Spielergewerkschaft hofft der 33-Jährige trotz des drohenden Lockouts (deutsch: Aussperrung; in Nowitzkis erstem NBA-Jahr 1998/1999 wurden die ersten 32 Saisonspiele auf Grund eines solchen Lockouts gestrichen) auf eine Einigung. Er gibt zu, „wettbewerbssüchtig“ zu sein.

Die Tendenz scheint klar: Nowitzki will im Herbst in der nordamerikanischen Profiliga wieder angreifen. Auf Spekulationen, wonach im Falle einer Absage des NBA-Starts Wechsel nach Bamberg, Berlin, München oder gar Würzburg in Frage kämen, lässt sich das “German Wunderkind“ erst gar nicht ein. „Das ist nicht so einfach“, hakt Nowitzki das Thema schnell ab. Der Weltstar ist auch im Umgang mit den Medien Profi. Auch hinsichtlich seiner Teilnahme an der Europameisterschaft in Litauen mit der deutschen Nationalmannschaft im Sommer lässt er sich nicht festlegen: „Die NBA-Saison war sehr lang. Ich muss erst einmal ein bisschen abspannen und Urlaub machen, dann kann man eine Entscheidung treffen. Ich habe immer gesagt, dass ich gern dabei wäre, aber wenn ich nur bei 50 oder 60 Prozent meiner Leistungsfähigkeit stehe, macht es für beide Seiten keinen Sinn.“ Olympia 2012 in London dagegen hat Nowitzki fest im Visier, auch weil es „viele junge Spieler im Team gibt, die ich unterstützen will und versuchen, ihnen eine Teilnahme zu ermöglichen.“


Im Anschluss an den offiziellen Teil der Pressekonferenz sind die Kleinen am Zug. Unermüdlich schreibt der Nationalspieler Autogramme und steht für Fotos zur Verfügung. Der Zeitplan stimmt längst nicht mehr, Oberbürgermeister Georg Rosenthal empfängt den im wahrsten Sinne des Wortes “größten Sohn" der Stadt verspätet. Mit den Worten “In meinem Herzen werde ich immer Würzburger bleiben“ trägt sich Nowitzki stolz ins Goldene Buch seiner Heimatstadt ein, ehe es per Autokorso durch die Innenstadt zur Residenz geht, wo bis zu 10.000 Fans der Hitze trotzen, um “ihren“ Dirk in Empfang zu nehmen.

Schweißgebadet, aber „überwältigt“, wie er immer wieder dankbar betont, genießt der Gefeierte vom linken Balkon der Residenz aus das Bad in der Menge, stimmt mit den Fans zunächst ein “We are the Champions“ und später auf der Bühne ein “Uffta, uffta, tätärä“ an. Würzburg ist stolz, Nowitzki glücklich. Er strahlt mit dem Lächeln eines Siegers.