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| Dienstag, den 18. Mai 2010 um 15:10 Uhr |
| Was bisher geschah – ein Playoff-Überblick |
| Von Felix Pflaum |
Als Bamberger kann man tief durchschnaufen, denn die Brose Baskets haben es bekanntermaßen bereits ins Halbfinale geschafft. Weniger entspannt stellt sich die Lage bei den Champions der vergangenen beiden Jahre da, die am Mittwoch jeweils auswärts ums Überleben kämpfen müssen. Als einziger Vertreter der besten vier Hauptrundenteams könnte Göttingen bereits nach vier Spielen die Vorschlussrunde erreichen.![]() Ob sich Tibor Pleiß und Jason Gardner im Halbfinale begegegnen, ist noch völlig offen. Foto: Sebastian Hader Dem Meister droht das frühe Aus Titelverteidiger Oldenburg hätte sogar im Halbfinale und Finale das Heimrecht in den Spielen eins, drei und fünf sicher, aber zunächst müssen die "Donnervögel" am Mittwochabend in Braunschweig das Viertelfinalaus verhindern. Schien nach dem klaren Auftaktsieg vor eigenem Publikum in der Serie Erster gegen Achter noch alles den erwarteten Gang zu gehen, erkämpfte sich Braunschweig zunächst ein zweites Heimspiel und drei Tage später sogar in der Fremde den Matchball. Weniger als 20 Prozent ihrer Dreiervesuche netzten die EWE Baskets bei den beiden Niederlagen ein, 2/16 lautet die bisherige Bilanz von Finals-MVP Rickey Paulding von außen. X-Faktor auf Seiten der Löwenstädter ist bisher Jason Cain, der seine Punkt- und Reboundstatistiken im Vergleich zur Hauptrunde im bisherigen Serienverlauf deutlich steigern konnte. Berlin glaubt ans Comeback Nicht nur Bonn und Oldenburg mussten erfahren, dass der über Monate mühsam erkämpfte Heimvorteil sich in 40 Minuten in Luft auflösen kann, auch ALBA Berlin war nicht davor gefeit. Ehe man sich versah, hatte Frankfurt zum zweiten Mal in der laufenden Saison die o2 World erstürmt und mit einem Heimsieg den ersten Matchball herausgeholt. Wie auch Oldenburg scheiterten die Hauptstädter in den beiden ersten Partien an der eigenen Schwäche von "downtown“, trafen bei 23 bzw. 24 Versuchen nur jeweils siebenmal. Auf 13/23 hingegen addierten sich die Wurfversuche am vergangenen Sonntag, als in der Verlängerung das Aus – zumindest vorerst – abgewendet werden konnte. Die über die Serie im Rebound dominanten SKYLINERS retteten sich in letzter Sekunde in die Verlängerung, wurden dort aber mit 16:5 von den "Albatrossen" überflügelt, die nun hoffen, den Playoff-Modus endlich gefunden zu haben. Am Mittwochabend will man in der hessischen Metropole den zweiten Matchball abwehren und am Freitag dann schaffen, was seit sieben Jahren keinem Team mehr gelang, nämlich nach einem 0:2 in die nächste Runde einzuziehen. Gordon Herbert und seine Schützlinge werden allerdings auch noch ein Wörtchen mitreden wollen. Göttingen im Soll Göttingen ist anders – diese Erkenntnis ist in der Basketballszene nach drei Jahren der "Veilchen" im Oberhaus schon längst angekommen, in den diesjährigen Playoffs machen John Patricks Jungs keine Ausnahme. Als einziges besser platziertes Team in den vier Serien siegten sie zweimal vor eigenem Publikum, obwohl das beim ersten Spiel gar nicht an gewohnter Stelle in der Lokhalle, sondern in Kassel saß. Der Demontage der Eisbären zum Auftakt folgte eine deutliche Antwort der Seestädter in eigener Halle, Spannung gab es erst beim dritten Duell, dafür aber nicht zu knapp. Lange schienen die Gäste das Geschehen im Griff zu haben, dann drehte Taylor Rochestie auf und brachte sein Team fünf Minuten vor dem Ende mit einem Punkt in Führung. Beim Stand von 76:76 ereignete sich bei noch 120 Sekunden Restspielzeit die Schlüsselszene der Partie: Chris Oliver traf und die Schiedsrichter belegten den überragenden, allerdings schon mit vier Fouls belasteten Eisbär Andrew Drevo mit einem Foul, das eigentlich sein Teamkollege begangen hatte. Die endgültige K.O.-Kombination an diesem Abend verpassten sich die Nordlichter aber in Person von Brandon Brooks selbst. Der Rookie, bereits im Pokalhalbfinale hatte er den letzten Angriff verbockt, scheiterte mit zwei wilden Dreiern und muss nun am Mittwoch mit seinen Kollegen versuchen, die Serie erneut auszugleichen, um in Spiel fünf womöglich den ersten Playoff-Auswärtssieg seines Coaches Doug Spradley, der im Gegensatz dazu in eigener Halle noch nie ein Playoffspiel verlor, einfahren zu können. |