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| Montag, den 04. April 2011 um 21:27 Uhr |
| Titelverteidiger hält dem Druck stand |
| Von Felix Pflaum |
![]() „Es war mein fünftes TOP4 – und das mit Abstand schwierigste“, herrschte bei Chris Fleming ebenso wie bei seinen Spielern hörbar Erleichterung vor, nachdem die Brose Baskets im Pokalfinale die New Yorker Phantoms Braunschweig nach einem harten Duell auf Augenhöhe hauchdünn mit 69:66 (36:35) in die Schranken weisen konnten. Erstmals seit 2005 konnte der Pokaltitel verteidigt werden, erstmals seit 2003 siegte der Gastgeber. Deutlich war den Oberfranken anzumerken, wie sehr die Favoritenbürde auf ihnen lastete und wie groß die Befürchtungen waren, nach der bisherigen grandiosen Saison den ersten Titel nicht einfahren zu können. Braunschweig zeigte sich perfekt eingestellt, der Ball lief wie in Zeitlupe durch die Bamberger Reihen und selbst John Goldsberry, normalerweise als “Mr. Zuverlässig“ bekannt, warf gleich in der Anfangsphase zweimal den Ball weg. Ein früher 0:7-Rückstand war die logische Folge, erst nachdem der trotz seiner insgesamt zehn Zähler weit von seiner Bestform entfernt spielende Suput mit den ersten Punkten nach einer Auszeit für Zählbares gesorgt hatte, kehrte kurzzeitig mehr Ruhe bei den Gastgebern ein, die nach dem Auftaktviertel mit einer 17:10-Führung auf dem richtigen Weg schienen. Über das gesamte Spiel hinweg sollte sich das nun folgende Szenario jedoch wiederholen, denn immer wenn der Eindruck aufkam, die Oberfranken könnten nun zu einem entscheidenden Spurt an- und sich vom Gegner absetzen, zeigten die Phantoms ihre Klasse und Bamberg sein an diesem Tag dünnes Nervenkostüm. So dauerte es keine zwei Minuten, ehe die Niedersachsen den Sieben-Punkte-Rückstand in eine knappe Führung umgewandelt hatten. „Es fiel uns schwer, die nötige Emotion zu finden, um uns abzusetzen. Braunschweig hatte immer eine Antwort parat und wir haben das Wochenende viel mit uns und den Schiedsrichtern gehadert. Am Ende bin ich stolz, dass wir einen Weg gefunden haben, um das Spiel zu gewinnen. Der Pokalsieg stand als Saisonziel seit der ersten Trainingswoche als Ziel auf unserer Tafel in der Kabine und man hat der Mannschaft angemerkt, dass es heute das erste Spiel war, in dem man unmittelbar etwas gewinnen kann“, wusste Fleming die Vorstellung seines Teams einzuordnen. Gäste liegen vor dem Schlussviertel in Front Zur Pause hieß es nach einem Buzzerbeater von Duvnjak 36:35 für Bamberg, nach 30 Minuten jedoch führten die Gäste plötzlich mit drei Zählern. „Wir wussten, es wird nach dem Sieg über Frankfurt nicht leichter, zumal der Meister und Pokalsieger in seiner eigenen Halle der Gegner und die Atmosphäre eindeutig gegen uns war. Wir hatten ein interessantes und von unserer Seite gut gespieltes Wochenende, die Fouls zeigen jedoch, was wir einsetzen mussten, um Bamberg Paroli zu bieten. Ich bin nicht mit jeder Entscheidung einverstanden, das Verhältnis der Fouls und Freiwürfe spielt uns natürlich nicht in die Karten, aber dennoch hat Bamberg verdient gewonnen“, resümierte Sebastian Machowski, dessen Team nur wenige Zentimeter an der möglichen Sensation vorbeischrammte. Zwei Dreier von Kevin Hamilton bedeuteten kurz vor dem Ende eine hauchdünne Bamberger Führung von 67:66, Goree bekam aus unmittelbarer Korbnähe etwa 15 Sekunden vor der Sirene das, was er selbst als “easy layup“ bezeichnete, doch der Ball fiel nach kurzem Tanz auf dem Ring nicht hindurch. Roberts versenkte nach taktischem Foul beide Freiwürfe sicher und Greer bekam, weil die Schiedsrichter Gavels Foulversuch an Goree nicht ahndeten, die Chance, per Dreier auszugleichen. Der Ball flog jedoch zu weit nach rechts, Reyshawn Terry hielt ihn und somit den Pokal fest. „Es war mein drittes Finale in meiner Zeit hier in Bamberg und alle drei gingen mit drei oder weniger Punkten Differenz aus. Dennoch hatte ich nie Zweifel, dass wir es schaffen würden, denn wir kennen solche Situationen und haben eine starke Moral“, zeigte sich Anton Gavel gewohnt selbstbewusst. Auch der Gegner verließ Bamberg trotz der inzwischen zehnten Niederlage in Serie gegen die Brose Baskets erhobenen Hauptes. „Ich hoffe, es war nicht unser letztes Finale in dieser Saison“, meinte Phantoms-Trainer Machowski und auch Routinier Goree sann auf Revanche: „Wir wissen jetzt, dass wir das Zeug haben, sie zu schlagen. Wir werden arbeiten und wiederkommen.“ New Yorker Phantoms Braunschweig: Hamilton (20), Goree (14), Greer (11) Duvnjak (7), Cain (6), Visser (4), Thomas (2), Schneiders (2), Mittmann Brose Baskets: Gavel (10), Suput (10), Jacobsen (9), Roberts (9), Hines (8), Terry (8), Goldsberry (7), Pleiß (5), Tadda (3) Ausführliches Scouting |