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Freitag, den 25. Juni 2010 um 09:55 Uhr
Pascal Roller ist der ”Most Likeable Player“
Von Dirk Kaiser   
Pascal Roller, der Kapitän der Deutsche Bank SKYLINERS, war nach der 70:72-Niederlage im fünften und entscheidenden Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft in der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) untröstlich. Ausgerechnet der Routinier, der in der gesamten Playoff-Serie immer mehr auf Betriebstemperatur gekommen war und besonders gegen den Finalgegner Brose Baskets eine Top-Leistung abgerufen hatte, zeigte in den letzten Sekunden einer dramatischen Partie an der Freiwurflinie Nerven.

Mit Pascal Roller wurde erstmals ein Spielmacher zum "Most Likeable Player" gewählt. Foto: Daniel Löb

Mit Pascal Roller wurde erstmals ein Spielmacher zum "Most Likeable Player" gewählt. Foto: Daniel Löb

Nur noch wenige Sekunden Restspielzeit leuchteten auf der Anzeigetafel in der ausverkauften JAKO Arena auf, als der 33-Jährige beim Stand von 69:71 aus Sicht der Frankfurter an die Freiwurflinie trat. Roller, der seine Mannschaft kurz zuvor mit einem Dreier zum 69:70 wieder in Meisterschafts-Position gebracht hatte, verwandelte den ersten Freiwurf zum 70:71 sicher. Der zweite fand indes nicht den Weg durch die Reuse – und die Hoffnungen der Hessen auf den Gewinn der zweiten Meisterschaft endeten abrupt. Der 1,80m große Guard sagt später, dass „er überrascht war, dass der Ball nicht drin war“ und „dass er auch diesmal einen ziemlichen klaren Kopf hatte“. Ausgerechnet Roller, der mit 20 Punkten Topscorer der Partie war und an der Freiwurflinie eine Trefferquote von bemerkenswerten 91 Prozent aufwies, unterlief dieses Malheur. Es sind Momente wie diese, die aus einem Sportler einen „tragischen Helden“ mit hohen Sympathiewerten machen.

Dass Roller bei den Fans der Beko BBL ob seines vorbildlichen Einsatzes, seiner Spielintelligenz und seiner professionellen Einstellung hoch im Kurs steht, unterstreicht nun die Wahl zum “Most Likeable Player“ der Saison 2009/2010. 34 Prozent der Fans, die sich an der einwöchigen Online-Wahl unter beko-bbl.de beteiligt hatten, votierten für den Frankfurter Aufbauspieler, der seine zehnte (!) Spielzeit bei den “Mainhattan-Giganten“ absolviert hat. Es ist das erste Mal in der noch jungen Historie, dass ein Spielmacher diese Auszeichnung erhält. Roller, Vater einer Tochter, tritt die Nachfolge von Rickey Paulding (EWE Baskets Oldenburg) an, der in der vergangenen Spielzeit mit diesem Titel bedacht wurde.

Auf den Plätzen zwei und drei der alljährlich durchgeführten Fan-Wahl landeten Jason Boone (BG Göttingen, 27 Prozent) und Anton Gavel vom Deutschen Meister Brose Baskets (16 Prozent). „Ich möchte mich für die Auszeichnung bei allen Fans bedanken, die für mich gestimmt haben. Das sind eine große Ehre und auch ein schöner Trost für den verpassten Titel. Ich wünsche allen einen tollen Sommer und freue mich, auf eine neue und spannende Saison“, äußerte sich Roller, der den Beko-BBL-Award in Form eines Beko-BBL-Ehrenrings zu Beginn der Spielzeit 2010/2011 erhalten wird, zu der Auszeichnung.