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Dienstag, den 17. Mai 2011 um 11:18 Uhr
Halbfinal-Vorschau (2): Noch-Vize trifft auf Ex-Serienmeister
Von Sebastian Hader   
„Jetzt jubelt ALBA auch Frankfurt weg“, titelt die Berliner Boulevardzeitung B.Z. im Vorfeld der zweiten Playoff-Halbfinalpaarung zwischen den Deutsche Bank SKYLINERS und ALBA Berlin. Um erstmals seit 2008 wieder ins Finale vorstoßen zu können, müssen die Hauptstädter allerdings mindestens eine Begegnung bei den heimstarken Hessen “klauen“, die anders als ihr Kontrahent souverän die Runde der letzten Vier erreichten.

Deutsche Bank SKYLINERS (2.) vs. ALBA Berlin (3.)


Julius Jenkins kämpft mit ALBA Berlin um den ersten Finaleinzug seit dem Titelgewinn 2008. Foto: Sportfoto Zink

Julius Jenkins kämpft mit ALBA Berlin um den ersten Finaleinzug seit dem Titelgewinn 2008. Foto: Sportfoto Zink

Mit 3:0 schickte der von Gordon Herbert gecoachte Vizemeister die BG Göttingen vorzeitig in den Sommerurlaub und ließ keinen Zweifel daran, auch in diesem Jahr ein entscheidender Faktor in Sachen Titelvergabe sein zu wollen. ALBA Berlin hingegen versäumte gegen die EWE Baskets aus Oldenburg nach einem dominanten Heim- und knappen Auswärtserfolg beinahe, die Früchte der Arbeit zu ernten. 2:2 hieß es, als viele den früheren Serienmeister längst im Halbfinale erwartet hatten. Der Club lief Gefahr, einen erneuten herben Rückschlag zu erleiden, machte im entscheidenden fünften Match in der heimischen o2 World jedoch keine Gefangenen und sicherte sich mit einem 99:68-Triumph das Weiterkommen.

Den Vorteil, ein etwaiges entscheidendes fünftes Spiel in eigener Halle austragen zu dürfen, genießen in dieser Serie allerdings die SKYLINERS. Die wiederum verloren in der regulären Saison nur zwei Heimspiele: gegen die Brose Baskets und eben auch die “Albatrosse“. In Berlin setzte sich ebenfalls die Mannschaft von Headcoach Muli Katzurin durch, damals noch trainiert von Luca Pavicevic. Nach dessen Entlassung im Januar, turbulenten Tagen und Wochen an der Spree sowie einigen personellen Anpassungen segelt der Hauptrundendritte mittlerweile zwar wieder in ruhigeren Fahrwassern, ist – wie die Oldenburg-Serie zeigte – jedoch nach wie vor verwundbar. „Für uns war es gut, dass die Serie über fünf Spiele ging“, sagt Frankfurts Trainer Hebert, „somit hatten wir Zeit die Batterien wieder aufzuladen und Verletzungen wieder auszukurieren. Außerdem konnten wir an Dingen arbeiten, an denen wir arbeiten mussten.“

Sein Pendant Katzurin wiederum legt die Tatsache, kaum Pause zwischen den beiden Serien gehabt zu haben, aus nachvollziehbaren Gründen zum eigenen Vorteil aus: „Die Frankfurter spielen zu Hause und hatten mehr Zeit, das Halbfinale vorzubereiten. Bei uns ist nach der Serie gegen Oldenburg dafür der Adrenalinspiegel hoch und wir können den Schwung aus Spiel fünf mit nach Frankfurt nehmen. Ich denke, dass es unter dieses Umständen gar nicht so schlecht sein muss, auswärts in die Serie zu starten."

Mit Spannung wird insbesondere das Duell der Spielmacher erwartet. Hauptrunden-MVP und -Topscorer DaShaun Wood, der es gleichermaßen versteht, für sich selbst zu kreieren und seine Mitspieler gewinnbringend in Szene zu setzen, gilt es aus ALBA-Sicht zu stoppen. Heiko Schaffartzik als der bessere Verteidiger könnte für diese Aufgabe in Frage kommen, Katzurin jedoch will trotz der nach oben zeigenden Formkurve des deutschen Nationalspielers an Starter Taylor Rochestie festhalten. Berlins Vorteil wiederum liegt klar auf den großen Positionen, wo man mit Allen, Dragicevic, Idbihi und Raduljica nicht nur deutliche Längenvorteile besitzt, sondern auch tiefer besetzt ist als die Frankfurter.