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Montag, den 20. Februar 2012 um 15:07 Uhr
Mit Kraftakt zum wichtigen Sieg in Gießen
Von Michael Birkhan (Foto: Marcus Arth)   


Als der letzte Verzweiflungswurf von Barry Stewart sein Ziel weit verfehlt hatte, brach großer Jubel auf der Bank des BBC Bayreuth sowie bei seinen rund 60 mitgereisten Fans aus. Mit einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit und 63 erzielten Punkten bezwangen die Oberfranken nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von 19 Zählern die LTi GIESSEN 46ers mit 86:83 (23:39). Auch der direkte Vergleich spricht für den BBC.


Ein sportliches Wechselbad der Gefühle begann vor über 3.000 Zuschauern stockend, aber mit leichten Vorteilen für die Gäste. Nach dem 9:2 durch Rain Veideman bat Gießens Trainer Björn Harmsen bereits zur ersten Auszeit. Keine Minute später waren die Hausherren nach einem Dreier von Wayne Bernard und Punkten von Barry Stewart wieder bis auf zwei Punkte dran, Bernard traf wenig später gar zur ersten Führung der Hessen. Mit vier erfolgreichen Freiwürfen in Serie sicherten sich die 46ers ein 17:14 nach dem ersten Abschnitt. Im zweiten Viertel gelang Gießen fast alles, während beim BBC die Verunsicherung wieder größer wurde. Drei Körbe in Folge bedeuteten das 16:23 aus oberfränkischer Sicht. Zwei erfolgreiche Distanzwürfe von Chad Prewitt rahmten einen Wyrick-Dreier ein und Gießen lag mit 31:21 vorne. In der 18. Minute musste Bayreuths Ekene Ibekwe zu allem Überfluss auch noch sein viertes Foul hinnehmen. Die Hausherren blieben weiter am Drücker und gingen mit einer komfortablen 39:23-Führung in die Pause.

Wie ausgewechselt aus der Kabine

Aus der Kabine kam die Mannschaft von Headcoach Marco van den Berg wie ausgewechselt. Zunächst verzeichneten die 46ers nach einem Archibong-Dreier die höchste Führung des Abends (42:23), dann aber riss BBC-Kapitän Osvaldo Jeanty das Spiel an sich. In den letzten Spielen oftmals ohne Fortune, avancierte er zum Initiator der Aufholjagd. Bis zur 14. Minute verwandelte der Kanadier drei Dreier und drei Freiwürfe. Zwar trafen auch die Gießener weiter sicher aus der Distanz, der BBC blieb jedoch am Ball. Danny Gibson traf ebenfalls von jenseits der 6,75m, Brandon Hunter legte ein Dreipunktspiel nach und die Gießener Führung schrumpfte bis auf sechs Zähler (49:43). In der 28. Minute verwandelte erneut Jeanty sicher von der Freiwurflinie, ehe Gibson einen weiteren Dreier zum 54:52 einnetzte. Den Schlusspunkt unter ein fulminantes Bayreuther Viertel mit 17 Jeanty-Punkten setzte dennoch ein Spieler der Heimmannschaft: Bernard traf zum 59:54.

Krimi bahnt sich an

Hoffnung keimte auf bei den mitgereisten Fans. Geht da noch was? Radenko Pilcevic sorgte zunächst für fünf Punkte und das 64:56, auf der Gegenseite war es jedoch Gibson, der sieben Punkte in Serie für den BBC erzielte und den Rückstand wieder auf fünf Zähler minimierte. Noch einmal sollten sich die 46ers auf acht Punkte absetzen, dann begann die finale Bayreuther Aufholjagd. Wyrick und an der Freiwurflinie Jeanty halbierten den Rückstand, nach einem Dreier von Veideman leuchtete in der 36. Minute eine dünne 71:68 Führung auf. Anschließend jubelten wieder die Fans der Hessen, Pilcevic traf erneut aus der Distanz. Ein Krimi bahnte sich an: 43 Sekunden vor dem Ende wurde Ibekwe nach einem Block hart von Archibong gefoult, vergab zwar einen Freiwurf, traf aber den zweiten zum 83:79. 13 Sekunden später ließ auch Veideman einen Freiwurf aus, so dass es nach einem schnellen Dreier von Stewart bei noch 17 zu spielenden Sekunden nur noch 84:82 hieß. Doch es sollte reichen. Zwar verpassten Hunter und Jeanty die Möglichkeit, jeweils zwei Freiwürfe zu verwandeln, auf der Gegenseite ließ aber auch Stewart einen liegen, ehe er den letzten Verzweiflungswurf aus weiter Distanz ebenfalls nicht im BBC-Korb unterbringen konnte.

Stimmen zum Spiel:

Marco van den Berg (Headcoach BBC Bayreuth): „Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Beide Mannschaften haben mit viel Leidenschaft und Intensität gespielt. Das war wie ein Playoff-Spiel. Hätte Gießen gewonnen, wäre das nicht unverdient gewesen. Sie haben wichtige Schüsse getroffen und schlau die Mismatches ausgenutzt. Ich bin stolz, wie sich meine Mannschaft zurückgekämpft hat. Es war wichtig, dass Osvaldo Jeanty so oft an der Freiwurflinie stand. Es ist in einem solchen Spiel sehr wichtig, dass man an die Freiwurflinie kommt. Es ist auch wichtig für uns, unsere Dreier zu treffen. Heute hat das wieder geklappt. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Es war ein tolles Spiel.“

Björn Harmsen (Headcoach LTi GIESSEN 46ers): „Solche Spiele haben eine eigene Geschichte. Wir sind mit einer guten Einstellung ins Spiel gestartet. Wir haben das Spiel in vielen Phasen besser gespielt. In der zweiten Halbzeit kamen dann Gibson und Jeanty und haben das Spiel in die Hand genommen. Sie waren nicht mehr zu halten und haben auch schwere Würfe getroffen. Sie haben in der zweiten Halbzeit neun von elf Dreiern getroffen. Sie haben sich viele Würfe im Eins-gegen-Eins kreiert und diese Würfe getroffen. Wenn im Eins-gegen-Eins die Spieler so ihre Würfe treffen, ist es fast unmöglich, ein solches Spiel zu gewinnen. Wir haben offensiv gut gespielt, den Ball gut bewegt. Aber wir haben in der Defensive mehr als 60 Punkte in der zweiten Halbzeit zugelassen. Die Spieler lassen zwar ihren Kopf nach so einem Spiel hängen, aber sie haben gekämpft.“

LTi GIESSEN 46ers:
Archibong (16), Pilcevic (15), Bernard (15), Stewart (12), Prewitt (12), Ovcina (8), Perl (3), Oehle (2), Haldin, McCullough
BBC Bayreuth: Gibson (23), Jeanty (21), Hunter (20), Veideman (9), Wyrick (5), Ibekwe (5), Shtein (3), Spöler
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