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Sonntag, den 23. Oktober 2011 um 13:44 Uhr
BBC gelingt Befreiungsschlag
Von Sebastian Hader (Foto: Marcus Arth)   


„Ich habe nur noch fünf Minuten, dann bin ich wieder Privatmann“, witzelte Georg Kämpf in der Pressekonferenz und transportierte damit die Erleichterung eines ganzen Vereins. Der Interimstrainer, als Übergangslösung von der Ablösung Andreas Wagners bis zum Dienstantritt Marco van den Bergs installiert, führte den BBC Bayreuth zu einem 64:58 (36:36)-Sieg gegen die EnBW Ludwigsburg – dem ersten in dieser Saison.


Seine Person wollte Kämpf jedoch hintangestellt wissen, als es um die Frage nach dem Schlüssel zum erlösenden ersten Erfolg im fünften Anlauf ging. „Ich glaube, heute haben es sich die Spieler verdient, genauso gelobt zu werden, wie sie nach dem Würzburg-Spiel zerrissen wurden. Sie haben heute eine andere Einstellung gezeigt, was sicher nicht am Trainer liegt, sondern an den Spielern. Sie haben Charakter gezeigt und eine Reaktion, wie man sie nach dem letzten Spiel erwarten durfte“, galt das Lob des Bayreuther Basketball-Urgesteins der gesamten Mannschaft. Die hatte vor 2.720 Zuschauern, „die uns wirklich getragen haben“ (Kämpf), im ersten Spiel nach der Entlassung von Andreas Wagner den Kampf angenommen und sich dafür letztlich selbst belohnt.

Bayreuther Verteidigung lässt nur fünf Punkte zu

Nach vier teils harmlosen Auftritten legten die Oberfranken insbesondere im Schlussviertel die Härte an den Tag, die im Kampf um den Klassenerhalt noch häufiger gefragt sein wird. 47:53 hieß es vor den letzten zehn Minuten, in denen der BBC lediglich fünf Punkte des Gegners zuließ und damit den Grundstein zum Sieg legte. „Wenn man so auftritt, trifft man auch die wichtigen Würfe“, gratulierte Markus Jochum einem aus seiner Sicht verdienten Sieger. „Wir hingegen haben uns über das gesamte Spiel nicht auf die Gangart einstellen können. Wenn man dann trotzdem permanent zum Korb zieht, nicht den freien Mann sucht aus der Penetration und den Ball nicht schnell bewegt, bekommt man auch nur wenig gute Würfe und macht am Ende nur 58 Punkte“, bemängelte der Ludwigsburger Trainer allen voran das schlechte Entscheidungsverhalten seiner Mannschaft.

van den Berg sieht kaum Aussetzer

Unter den Augen ihres neuen Headcoaches Marco van den Berg mussten die Bayreuther um Rückkehrer Danny Gibson nach starker Anfangsphase (13:5) zur Pause zwar den Ausgleich hinnehmen, leisteten sich über die gesamten 40 Minuten jedoch kaum Aussetzer. „Ich habe versucht, bewusst so zu wechseln, dass die Leistungsträger ausreichend Pausen bekommen, kein Bruch in unserem Spiel entsteht und wir unsere Intensität aufrechterhalten können“, erklärte Kämpf seine Vorgehensweise.

Derartige Entscheidungen obliegen ab Montag dann dem Niederländer van den Berg, der künftig das Zepter in der Wagnerstadt schwingen wird. Wie gut der neue Besen kehrt, wird sich erstmals am kommenden Wochenende zeigen, wenn die Oberfranken bei der TBB Trier antreten müssen. Georg Kämpf wird es mit Sicherheit interessiert verfolgen – als Privatmann.

Stimmen zum Spiel:


Markus Jochum (Headcoach EnBW Ludwigsburg): „Wir haben uns heute nicht schlau angestellt. Uns war klar, dass Bayreuth hart spielen würde. Die Schiedsrichter haben viel durchgehen lassen, damit muss man leben. Ich wusste, dass in Bayreuth in dieser Woche viel passiert ist. Der BBC steht mit dem Rücken zur Wand, ein neuer Spieler ist da, der Trainerwechsel gibt zumindest kurzfristig einen Push. Ich habe mein Team auf die Härte vorbereitet, wir wussten, dass wir heute nicht schönen Basketball spielen können.“

Georg Kämpf (Interims-Headcoach BBC Bayreuth):
„Das war ein wichtiges Spiel. Wenn man zuhause spielt, hat man immer die Chance zu gewinnen. Wir haben über Kampf, Willen und Einsatz das Spiel gewonnen. Mir war klar, dass es spielerisch nicht hochklassig werden würde. Der erste Sieg in der Liga ist immer der schwerste. Ich hoffe, der neue Trainer kann seine Aufgabe mit Geduld und ohne Druck angehen.“

BBC Bayreuth: Jeanty (14), Ibekwe (13), Gibson (10), Stokes (8), Wyrick (7), Smith (7), Hunter (5), Shtein, Schmidt, Schmitz
EnBW Ludwigsburg: Harris (18), Lischka (10), Green (9), Bowler (8), Dorris (5), Looby (5), Koch (3), Harris, McCray
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