Banner
Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 23:10 Uhr
Bayreuth klettert auf einstelligen Tabellenplatz
Von Sebastian Hader (Foto: Marcus Arth)   


Die deutliche Niederlage in Berlin hat keine Spuren hinterlassen, der BBC Bayreuth befindet sich in der Beko Basketball Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Durch einen vor 3.880 Zuschauern errungenen 90:86 (36:46)-Heimerfolg über die Eisbären Bremerhaven glichen die Oberfranken ihr Punktekonto aus, zogen an den Nordlichtern vorbei und schafften gleichzeitig den Sprung in die obere Tabellenhälfte.


Als Marco van den Berg Mitte Oktober den glücklosen Andreas Wagner als Cheftrainer ablöste, hatten nicht wenige den BBC Bayreuth bereits abgeschrieben. Heute, zweieinhalb Monate später, klopfen die Wagnerstädter an die Tür zu den Playoffs, haben im letzten Spiel des Jahres am Donnerstag in München gar die Chance, nach Punkten mit dem weit hinter den Erwartungen zurückbleibenden FC Bayern gleichzuziehen. Sechs Siege holten die Oberfranken unter van den Berg aus den letzten neun Partien und fanden dabei das, was ihnen zu Saisonbeginn fehlte: eine Identität.

13 Zähler betrug der Vorsprung der Eisbären vor der Saisonrekordkulisse von 3.880 Zuschauern in der Oberfrankenhalle zu Beginn des Schlussviertels (61:74). Eine Hypothek, die Leistungsträger unter Wagners Führung häufig abtauchen und die Mannschaft auseinanderfallen ließ. Das durch die Erfolge der letzten Wochen neu gewonnene Selbstvertrauen aber half den Hausherren, einen Weg zurück in die Begegnung zu finden. Während zunächst allen voran Danny Gibson und Osvaldo Jeanty zur Aufholjagd bliesen, war es mit Anbruch der letzten Spielminute Beckham Wyrick, der die entscheidenden Impulse gab.

Binnen 30 Sekunden zur ersten Führung des Abends

Ein Offensivrebound, ein Defensivrebound und zwei erfolgreiche Dreier des US-Amerikaners binnen 30 Sekunden wendeten das Blatt und bescherten dem BBC die erste Führung des Abends (86:81). Den Bremerhavenern, die unmittelbar vor der Partie noch einen Wechsel auf der Spielmacherposition vorgenommen hatten – Jamison Brewer bat den Club um Auflösung seines Vertrages, Alex Gordon wurde nachverpflichtet –, fehlte dagegen der nötige Killerinstinkt, nachdem sie sich im zweiten Viertel einen zweistelligen Vorsprung erarbeitet und diesen zwischenzeitlich bis auf 14 Punkte ausgebaut hatten.

Bayreuth indes packte die Gelegenheit beim Schopf und sicherte sich den siebten Saisonsieg. Nur einen mehr hat derzeit der FC Bayern München auf dem Konto, bei dem die Oberfranken am Donnerstag im ausverkauften Audi Dome und vor laufenden TV-Kameras zu Gast sein werden. Sollte der klangvolle Name des Gegners also nicht Motivation genug sein, dann vielleicht die Chance, diesen in der Tabelle überholen und gleichzeitig von einem Playoff-Platz aus ins neue Jahr starten zu können.

Stimmen zum Spiel:

Douglas Spradley (Headcoach Eisbären Bremerhaven):
„Glückwunsch an Marco van den Berg und Bayreuth. Bayreuth hat im entscheidenden Moment glückliche Würfe getroffen, aber das gehört zum Basketball dazu. Sie waren in den letzten fünf Minuten schlauer, die Topspieler haben das Spiel übernommen. Wir haben gewusst, wir müssen über 40 Minuten kämpfen und dann gab es die Situation, wo wir einen entscheidenden Offensiv- oder Defensivrebound nicht bekommen. Dann haben wir nicht schnell genug reagiert und den entscheidenden Dreier bekommen. Wir hatten die Chance, das Spiel zu gewinnen, haben es aber nicht geschafft. Alex Gordon hat zwei Monate nicht gespielt und ist erst ein paar Tage bei uns. Er hat die Systeme noch nicht im Griff, gibt uns aber eine Option, die wir brauchen. Wenn er fit ist, können wir ihn besser einschätzen."

Marco van den Berg (Headcoach BBC Bayreuth): „Ich denke, wir haben heute ein wenig glücklich gewonnen. Bremerhaven hat das Spiel drei Viertel lang ziemlich kontrolliert und war die bessere Mannschaft. Aber wir sind tief besetzt und haben mit Tyler Smith das Tempo am Ende erhöhen können. Er hatte in der entscheidenden Phase fünf Assists. Das ist eine Qualität unserer Mannschaft, wir können wichtige Spieler in entscheidenden Situationen von der Bank holen. Beckham Wyrick hatte einen entscheidenden Offensivrebound und konnte einen freien Dreier nehmen. Das waren zwei entscheidende Situationen, durch die wir das Spiel drehen konnten. Wenn wir zuhause spielen, sind wir immer gefährlich, das haben wir schon bewiesen. Wir können Spiele drehen und freuen uns auf das Spiel in München."

BBC Bayreuth: Gibson (19), Jeanty (13), Hunter (12), Stokes (9), Wyrick (8), Ibekwe (8), Schmidt (7), Shtein (6), Smith (6), Schmitz (2)
Eisbären Bremerhaven: Cain (18), Smith (17), McNaughton (16), Peacock (10), Everett (10), Smith (8), Gordon (5), Raffington (2)
Ausführliches Scouting