Mittwoch, den 08. September 2010 um 01:35 Uhr
Wenig Spannung vor vielen Zuschauern im Frankenderby
Von Felix Pflaum   
Lange war es her gewesen, dass sich Bambergs und Bayreuths Basketballer als Erstligisten gegenübergestanden hatten, dementsprechend groß war auch der Andrang in der bis über den letzten Platz gefüllten Breitengüßbacher Hans-Jung-Halle am Dienstagabend. Auf dem Parkett ließen die Brose Baskets gegen den BBC Bayreuth wenig Zweifel daran, wer von beiden amtierender Meister und wer Liganeuling ist, und siegten klar mit 80:54 (44:26).

Bambergs Kyle Hines zieht mit allem, was er hat, gegen den Bayreuther Pete Campbell. Foto: Sebastian Hader

Bambergs Kyle Hines zieht mit allem, was er hat, gegen den Bayreuther Pete Campbell. Foto: Sebastian Hader

Ein weiterer Gewinner war die Aktion “Franken HELFEN Franken“, zu deren Gunsten die Partie ausgetragen wurde, hinzu kommen noch 100 Euro von COURT-VISION.DE, die größtenteils aus der eBay-Auktion von Tim Ohlbrechts Olympia-Schuhwerk stammen. Aber auch Andreas Wagner, Coach der unterlegenen Wagnerstädter, konnte der Begegnung etwas Positives abgewinnen: „Bamberg ist von der Intensität her sicher eines der Top-Teams der Liga. Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns, alleine um zu sehen, was in der Beko BBL alles möglich ist. Wir können mit dem Spiel natürlich nicht zufrieden sein, wissen aber, woran wir arbeiten müssen. Dies werden wir in den nächsten Wochen tun.“

In der Tat hatten seine Jungs schwer an dem Druck zu kauen, welchen die Domstädter über weite Strecken aufbauten, lediglich im dritten Viertel leisteten sich die Fleming-Schützlinge wie schon gegen Tübingen eine längere Leerlauf-Phase. Ansonsten stachen beim ohne Jared Reiner angetretenen BBC lediglich hin und wieder Individualisten mit gelungenen Aktionen heraus, einen Spielfluss vermochten weder Danny Gibson noch Simon Schmitz auf der Aufbauposition zu kreieren. Marcus Ginyard, der mit den ersten Zählern der Partie Bayreuths einzige Führung besorgte, und Steve Wachalski sorgten dafür, dass ihr Team zur Pause nicht schon mit über 20 Punkten in Rückstand lag, Gibson, Jeanty und Harris steuerten nach dem Seitenwechsel das Gros der Gästepunkte bei. Nur sechs Assists gegenüber 17 Ballverlusten sowie 38 Prozent Trefferquote aus dem Feld wies die Statistik für den Aufsteiger aus.

Hines und Terry gehören die Highlights

Bei den Brose Baskets hingegen wirkten die Aktionen allesamt eine Spur energischer und koordinierter, wobei die Highlights wieder den beiden Neuverpflichtungen Reyshawn Terry und Kyle Hines gehörten. Wie schon am Samstag sorgte Hines für die Hingucker, während Terry auf abgeklärtere Art und Weise sogar noch mehr Punkte erzielen konnte. 23 waren es bei ihm diesmal in nicht einmal 22 Minuten Einsatzzeit, Hines verpasste erneut mit 16 Punkten und neun Rebounds nur knapp das Double-Double. „Man konnte in den beiden Spielen bereits sehen, dass beide eine Verstärkung für uns sind und uns auf jeden Fall helfen. Natürlich brauchen sie noch etwas, um die Systeme zu verinnerlichen, aber sie bringen uns auf und neben dem Feld ein Stück nach vorn. Ich denke, mit ihnen werden wir dieses Jahr noch besser sein“, lobte Anton Gavel seine neuen Kollegen, wollte nach dem zweiten deutlichen Testspielsieg aber nicht davon sprechen, zufrieden zu sein.

„Ich denke, wir sind immer noch in der Vorbereitung und da kann man nicht von Zufriedenheit reden. Wir schauen von Spiel zu Spiel, versuchen, uns stetig zu verbessern und die beiden Neuen zu integrieren. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, aber in der Vorbereitung geht es nicht darum, zufrieden zu sein, sondern darum, sich zu verbessern. In der Defense können wir noch deutlich zulegen und auch in der Pressverteidigung, die wir heuer spielen wollen. Wenn die Systeme besser gelaufen werden, bekommen wir auch einfachere Punkte“, zählte der slowakische Nationalspieler gleich ein paar seiner Meinung nach kritische Punkte auf. Inwieweit man hier den nächsten Schritt im Training machen konnte, kann man als Fan am Samstag überprüfen, wenn es in Bad Aibling gegen die EnBW Ludwigsburg um den heimgekehrten Ex-MVP Jerry Green geht. Bayreuth hingegen bricht am Samstag ins Trainingslager auf, um den Worten von Cheftrainer Wagner Taten folgen zu lassen.