Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 13:05 Uhr
Noch viele Fragezeichen in der Planung
Von Felix Pflaum   
Obwohl die Mannschaft der Brose Baskets für die Spielzeit 2010/11 erst um den 20. August in die Vorbereitung starten wird, sind bereits einige bis zum Saisonbeginn zu absolvierende Termine fixiert, konnte Manager Wolfgang Heyder mitteilen. Welche Spieler Headcoach Chris Fleming dann jedoch in Bamberg begrüßen wird, ist derzeit unsicher, denn bis personelle Klarheit geschaffen werden kann, wird noch einige Zeit verstreichen.

Für Manager Wolfgang Heyder gilt es während der Offseason noch einige Baustellen zu schließen. Foto: Daniel Löb

Für Manager Wolfgang Heyder gilt es während der Offseason noch einige Baustellen zu schließen. Foto: Daniel Löb

„Die Personalkosten steigen deutlich, da sich zum einen der Dollarkurs in den letzten Monaten zu unseren Ungunsten entwickelt hat und zum anderen die Kosten für die Berufsgenossenschaft mehr werden. Wir können jetzt noch nicht sicher sagen, ob wir unseren Wunschspielern aus dem letztjährigen Teamstamm – Gavel, Goldsberry, Jacobsen und Suput – zumindest die gleichen Bedingungen, die sie sich zweifellos verdient haben, anbieten können. Sie wollen alle gerne bleiben und sich in der Euroleague beweisen, aber haben natürlich ihren Marktwert“, macht Manager Wolfgang Heyder klar, zudem hänge sehr viel von der Personalie Tibor Pleiß ab. „Seine Agentur hat die Ausstiegsoption prophylaktisch gezogen, um alle Optionen offen zu halten, Tibor hat auch gegenüber Bundestrainer Bauermann aber mehrfach bekräftigt, zumindest noch ein Jahr in Bamberg bleiben zu wollen.“ Sollte der 2,15m-Mann den Verein verlassen, wäre zwar eine Ablösesumme fällig, „lieber als das Geld wäre es uns aber, wenn Tibor uns erhalten bliebe“, so Heyder.

Diese Sichtweise ist verständlich, schließlich müsste man für einen neuen Akteur von Pleiß' Statur und Qualität sicherlich tiefer in die Tasche greifen, sofern man ihn überhaupt finden würde. Zudem wäre es aufgrund der Quotenregelung, die fünf Deutsche im Zwölferkader vorschreibt, fatal, einen etablierten einheimischen Rotationsspieler zu verlieren und dafür eine Kontingentstelle "opfern“ zu müssen. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung, denn wir haben eine sensationell erfolgreiche Saison hinter uns und der Hype ist riesig. Erfolge werden in Bamberg oft als selbstverständlich hingenommen, ob man so etwas wie den Doublegewinn aber wiederholen kann, ist fraglich“, warnt Heyder, der aktuell wenige Möglichkeiten sieht, das Budget weiter zu steigern.

Ärger über Stadt Bamberg

„Wir haben uns in den letzten Jahren hervorragend vermarktet, in Bamberg und Umgebung stoßen wir aber an die Decke. Wir werden zwar die Dauerkartenpreise nächstes Jahr anheben, dieses Geld fließt aber weiter an die Stadt.“ 120.000 Euro lässt sich die Kommune jährlich von den Basketballern als Obulus für die 1.500 Parkplätze überweisen, die die öffentliche Hand im Jahr 2006 beim Umbau der JAKO Arena errichten ließ. „Für mich ist diese Ignoranz der Stadtoberen nicht nachzuvollziehen. Die Arena mit all den Veranstaltungen und die Basketballer sind ein riesiger Mehrwert und hervorragende Werbung für die Stadt Bamberg. Unser Erfolg in den letzten acht Wochen war eine erstklassige Imagekampagne für Bamberg, das könnte die Stadt selbst mit viel Geld nicht leisten. Natürlich tragen städtische Gesellschaften mit 300.000 Euro einen großen Beitrag zu unserem Etat bei, aber das ist im Spitzensport der Normalfall. In Bayreuth spielt und trainiert der BBC beispielsweise kostenlos in der Oberfrankenhalle, darüber hinaus nimmt die Stadt Bayreuth sogar noch Geld in die Hand, um die Halle erstligatauglich zu machen. In Bamberg ist das undenkbar“, machte Heyder seinem Ärger über die Stadtoberen Luft.

Wanderschaft in der Vorbereitung

Sich andere Regionen zu erschließen, ist daher ein Plan für die diesjährige Vorbereitung, welche Bamberg unter anderem nach Ebermannstadt, Weilheim, Bad Aibling und Weiden führen soll. Auch über die Grenzen des Freistaats Bayern hinaus plant man sich zu präsentieren, so ist am 17. September in Erfurt ein hochkarätiges Testspiel geplant, wofür entweder ALBA Berlin oder das litauische Spitzenteam Lietuvos Rytas Vilnius als Gegner im Gespräch sind. Nur zwei Tage wird daher der Domreitercup 2010 dauern, für das Vierer-Teilnehmerfeld steht neben den Gastgebern bislang nur die BG Göttingen fest. Ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten gibt es am 22. September in München bei der Kickoff-Veranstaltung der Pro-A-Bayern um Dirk Bauermann, Beckham Wyrick und Demond Greene, ehe am 25. September der BBL-Championscup auf dem Programm steht. Ob die Veranstaltung in Bamberg stattfinde, sei ungewiss, so Heyder, der Streitpunkt sind offenbar finanzielle Forderungen der Ligaleitung. Am 03. Oktober startet dann der Punktspielbetrieb wieder, zum Auftakt empfangen die Brose Baskets Ulm.