Montag, den 26. Dezember 2011 um 23:33 Uhr
Kein Verdauungsspaziergang in Trier zu erwarten
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Fast schon traditionell im Dezember müssen die Brose Baskets zur TBB Trier reisen, zum dritten Mal in Serie fällt das Gastspiel an der Mosel in den letzten Kalendermonat. Am Dienstag ab 20.00 Uhr beginnt dabei so etwas wie eine neue Zeitrechnung für die Oberfranken. Die Zeit als Jäger auf europäischem Parkett ist vorbei, ab sofort richtet sich das Augenmerk wieder darauf, als Gejagter die beiden nationalen Titel zu verteidigen.


Knapp einen Monat vor dem ALLSTAR Day in Ludwigsburg trifft Chris Fleming, der im Schwabenland für die Auswahl der internationalen Spieler zuständig sein wird, auf den Coach des einheimischen Teams, Henrik Rödl, auf dessen Arbeit er große Stücke hält. Zwar rangiert Trier aktuell durch den Frankfurter Weihnachtserfolg in Göttingen mit einer Bilanz von 4:9 Siegen auf einem Abstiegsplatz, für Fleming steht es aber außer Zweifel, dass dies kein dauerhafter Zustand sein wird: „Das Team ist nach der letzten Saison weitgehend intakt geblieben. Anstelle neue Spieler zu holen, haben sie in Trier viel Arbeit investiert, um die vorhandenen Spieler besser zu machen. Sie haben viele junge deutsche Spieler im Kader. Der Topscorer der letzten Saison, Philip Zwiener, ist geblieben und auch Maik Zirbes hat eine starke Rolle übernommen. Konstante Erfolge sind zwar bisher ausgeblieben, aber ich glaube, dass sie in der zweiten Saisonhälfte einige Siege sammeln werden.“

Gastgeber müssen defensiv hellwach sein

Auch Rödl glaubt ob der guten Vorstellungen seiner Truppe zuletzt gegen Berlin und in München an einen Aufwärtstrend. „Die Mannschaft wird von Spiel zu Spiel besser und arbeitet an sich. Das wird irgendwann belohnt werden“, ist er sich sicher. Ob es allerdings schon gegen „das beste Team der Liga“, wie er die Oberfranken betitelt, reichen kann, wird sich zeigen müssen. Mit 68,5 Punkten im Schnitt gehört das Team um seinen Aufbauspieler und Topscorer Dru Joyce zu den schwächsten Angriffsreihen im deutschen Oberhaus, Bamberg erzielt als produktivste Offensive durchschnittlich knapp 20 Zähler mehr. Sofern den Schützen wie dem Ex-Berliner Dragan Dojcin kein Sahnetag gelingt, wird es also auf Tempokontrolle und Defensivkünste ankommen, um lange im Spiel zu bleiben.

Bamberg will kein zweites Gießen


„Trier ist eine Mannschaft, die bisher unter ihren Möglichkeiten gespielt hat, aber im letzten Jahr bereits gezeigt hat, dass ein Trainer auch mit einer jungen Mannschaft mit deutschen Talenten viel erreichen kann. Sie haben auch dieses Jahr gegen sehr gute Gegner lange mitgehalten und nur knapp verloren. Von daher wissen wir, was uns erwartet und nehmen das Spiel absolut ernst und haben Respekt vor dem, was in Trier geleistet wird“, zeigt auch Bambergs Co-Trainer Arne Woltmann eine hohe Wertschätzung für den Kontrahenten und warnt davor, auf einen lockeren Sieg zu setzen.

Schon einmal, beim Gastspiel in Gießen, mussten die Brose Baskets erleben, wie ein Underdog über sich hinauswachsen und durch ein Mehr an Energie und Engagement dem hohen Favoriten den Schneid abkaufen kann. Dies soll dem Meister beim Auftakt einer Serie von fünf Spielen in zwölf Tagen keinesfalls erneut passieren.


- Anzeige -