Samstag, den 26. November 2011 um 23:48 Uhr
In Gießen soll der Bamberger Erfolg zurückkehren
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Zwei Pflichtspielniederlagen in Serie, ein für die Brose Baskets und ihre Anhänger fast schon vergessenes Gefühl, gab es zuletzt zu verdauen. Am Sonntag ab 17.00 Uhr bei den LTi GIESSEN 46ers wollen die Franken nun wieder jubeln. Beim Gegner aus Mittelhessen hingegen geht es darum, dass die Turbulenzen in der Vereinsführung abseits des Feldes nicht zur Verunsicherung auf dem Parkett führen.


Geschäftsführer, Sportdirektor und Marketingchef erklärten jüngst, dass sie dem Verein ab Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen würden, im Fall von Sportdirektor Vladimir Bogojevic verging danach aber nicht einmal eine Woche, bis sein sofortiger Abgang vermeldet wurde. Was dabei genau hinter den Kulissen vorgefallen ist, kann aus der Ferne nur schwer beurteilt werden, der Ablauf der Ereignisse lässt jedoch nicht unbedingt auf einen friedlichen Abschied schließen. Das alleinige Sagen im sportlichen Bereich der 46ers liegt somit nun bei Cheftrainer Björn Harmsen, der unter der Woche entschied, Testspieler Chad Prewitt, ehemals unter Chris Fleming bei den Artland Dragons und zuletzt beim FC Bayern in der zweiten Liga aktiv, unter Vertrag zu nehmen und dafür Bozo Djurasovic zu cutten, um die maximal zulässige Zahl ausländischer Spieler nicht zu überschreiten.

Harmsen schwärmt vom Gegner

Harmsen, nach krankheitsbedingter Auszeit beim MBC zum Ende der Vorsaison seit Sommer in Gießen verantwortlich, konnte mit dem Team bisher drei Siege feiern, steht aktuell einen Sieg vor dem wenig geliebten Nachbarn Frankfurt und den Abstiegsplätzen und weiß um die Qualität des Tabellenführers: „Bamberg spielt nach der letzten Saison auch dieses Jahr wieder eine überragende Runde. Sie sind sehr ausgeglichen, sind die beste Offensiv- und Defensivmannschaft und spielen im Angriff ungemein schnell mit einer guten Ballbewegung. Sie schießen gut und können attackieren – sie haben einfach das komplette Paket. Wir müssen defensiv die Leistung aus Trier wiederholen, mit der kompletten Aggressivität. Offensiv müssen wir es schaffen, nicht nur zehn Minuten, sondern über einen langen Zeitraum gute Schüsse zu erarbeiten.“

Bamberg braucht Konstanz

Konstanz und Kontinuität über einen langen Zeitraum ist auch das, was man sich als Fan der Bamberger wünschen würde, nachdem dies dem Team in den letzten Wochen immer wieder fehlte. Brach man in Berlin vor Wochenfrist noch nach klarer Führung Mitte des dritten und dann auch im vierten Viertel komplett ein, fehlte es der Mannschaft in Zagreb bis auf kurze Hochphasen völlig an Spannung. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie enttäuscht ich von der Leistung bin – gerade in einer Partie, die für uns so viel bedeutet hat, in einem Spiel, für das der Club so hart gearbeitet hat. Wenn wir aggressiv spielen, treffen wir auch unsere Würfe. Wir haben an diesem Abend so schlecht geworfen, weil wir zu passiv waren“, ärgerte sich Chris Fleming und wird mit seinen Assistenten darauf hinwirken, in Gießen wieder zurück in die Spur zu finden. Wiedergutmachung, das ist allen klar, kann es frühestens am Mittwoch gegen den noch ungeschlagenen Titelfavoriten in der Euroleague, ZSKA Moskau, geben.