Samstag, den 12. November 2011 um 19:19 Uhr
Erstarkte Bonner wollen Bamberg die Stirn bieten
Von Felix Pflaum (Foto: Deutsche Telekom AG/Norbert Ittermann)   


29 Punkte betrug bisher die durchschnittliche Differenz zu Spielende zwischen den ungeschlagenen Brose Baskets und ihren Gegnern in der laufenden Beko-BBL-Saison, am Sonntag ab 17.00 Uhr jedoch werden die Franken in fremder Halle aller Wahrscheinlichkeit nach einem anderen Kaliber begegnen. Die mit einer 6:1-Bilanz gestarteten Telekom Baskets Bonn wollen sich zuhause vor den Franken nicht verstecken.


„Wir müssen im Angriff selbst viel Zeit von der Uhr nehmen, um die Zahl der Ballbesitze niedrig zu halten, unsere Optionen am Brett, wo wir mit Chris Ensminger, Zvonko Buljan und Tony Gaffney gut vertreten sind, forcieren und dort Druck machen sowie defensiv beim Bamberger Aufbau ansetzen, da ihnen durch Goldsberrys Ausfall ein reiner Einser fehlt“, hat Bonns Cheftrainer Michael Koch auch relativ konkrete Pläne, wie er die scheinbar übermächtigen Domstädter knacken will. Seine Truppe bewies auf eigenem Parkett in dieser Spielzeit bereits gegen Bayern München und die EWE Baskets Oldenburg, dass sie im Telekom Dome niemanden zu fürchten braucht, dementsprechend warnt Chris Fleming auch davor, die Aufgabe im Vorbeigehen lösen zu wollen.

Spielmacher Jordan muss kontrolliert werden

„Es wird nicht einfach, aber wir sind bereit. Für uns wird wichtig sein, das Spiel gegen Kaunas schnell aus den Knochen zu bekommen. Wir müssen Jordan in den Griff bekommen, denn er kontrolliert das Bonner Spiel und bringt die guten Werfer ins Spiel. Ihn müssen wir vor uns halten und den Flügelspielern die offenen Würfe wegnehmen“, sieht auch er beim gegnerischen Aufbauspieler den Ansatzpunkt, um den Kontrahenten auszuhebeln. In der Tat unterstreichen auch die Zahlen, welche Bedeutung der nach einer Saison in Griechenland zurückgekehrte Spielmacher für die Rheinländer hat. 11,9 Punkte und noch vielmehr 8,4 Assists pro Spiel heben seine Führungsrolle heraus, gemeinsam mit Center-Legende Chris Ensminger ist er zudem der stabilisierende Faktor im Baskets-Spiel. Im Schnitt 14,3 Punkte mehr als der Gegner markierte Bonn bisher, wenn das Duo auf dem Feld stand.

Bonn setzt auf Erfahrung

Allgemein hat Trainer Koch vor der Saison wieder einmal eine Trendwende hinsichtlich der Ausrichtung seiner Mannschaft vollzogen. Nach dem schlechtesten Ergebnis der Vereinsgeschichte im letzten Jahr, das vor allem an drei egozentrisch agierenden Außenspielern und der schlechten Stimmung im Team festgemacht wurde, setzt er dieses Jahr vor allem auf Erfahrung. Ensminger durfte als einziger etablierter Rotationsspieler bleiben, auch die Nachwuchsleute Thülig, Wohlfarth-Bottermann und Koch gehören weiter zum Kader. Jordan kam wie erwähnt zurück, die drei Osteuropäer Buljan, Veikalas und Serapinas stießen ebenso neu hinzu wie Tony Gaffney und die beiden Quakenbrücker beziehungsweise Oldenburger Ergänzungsspieler Hain und Mangold. Früchte trug die neue Strategie bereits mehrfach, denn die “Veteranen“ bewahrten in schwierigen Situationen anders als ihre Vorgänger die Ruhe und fuhren so im Schlussviertel Punkte ein. Unter der Woche in der EuroChallange in Minsk war es zwar gerade der letzte Abschnitt, der einen Auswärtssieg kostete, dennoch sollte Bamberg die Zügel besser nie schleifen lassen.