Mittwoch, den 16. November 2011 um 23:36 Uhr
Drittes blaues Wunder in den grünen Wochen?
Von Felix Pflaum (Foto: Daniel Löb)   


Was die Trikotfarbe ihrer Kontrahenten auf dem europäischen Parkett angeht, werden die Brose Baskets aktuell nicht unbedingt durch Abwechslung verwöhnt. Mit Panathinaikos Athen, dem amtierenden Titelverteidiger, trifft man am Donnerstag ab 20.45 Uhr (ab 21.00 Uhr live bei SPORT1) zum dritten Mal hintereinander einen Gegner in grünen Leibchen, gegen alle Wetten soll der Ausgang aber diesmal ein anderer sein.


Wie schwer das wird, zeigt alleine die Erfahrung, die das Team von Panathinaikos in der Euroleague vorzuweisen hat. Spielen die meisten Bamberger Spieler doch gerade mal ihre zweite Saison mit bisher mäßigem Erfolg in der Königsklasse, ist der Vorjahres-MVP Dimitrios Diamantidis schon das achte Jahr dabei und gewann in dieser Zeit dreimal die Trophäe. Auf ein weiteres Jahr mehr blickt Mike Batiste zurück, seit Jahren der Maßstab für Elite-Brettspieler des Kontinents. Die Geschicke in Griechenlands Hauptstadt leitet seit 1999 Coach Zeljiko Obradovic, in dessen Vitrine insgesamt acht Euroleague-Pokale stehen: Fünfmal führte er Panathinaikos auf den Basketball-Olymp der alten Welt, je einmal Partizan Belgrad, Joventut Badalona und Real Madrid.

Fleming erwartet Sieg

Selbst Bambergs so großes Plus, die vielgepriesene Kontinuität, nimmt sich also im Vergleich mit dem übermächtig scheinenden Gegner blass aus. Für Trainer Chris Fleming zählen aber die Etatunterschiede in Europa, wo Bamberg nicht im Konzert der Größten mitspielt, ebenso wenig wie in der Beko BBL, wo man es als Krösus permanent mit finanziell schwächeren Gegnern zu tun bekommt: „Letztes Jahr haben wir bewiesen, dass wir große Mannschaften in unserer eigenen Halle schlagen können. Obwohl die letzten Wochen nicht schön waren, bewegen wir uns als Team in die richtige Richtung und ich erwarte, dass wir das Spiel gewinnen. Natürlich braucht es dazu eine Topleistung, aber es ist gut, so gefordert zu werden“, schlägt er anders als vor dem oft zaghaften Auftritt in Kaunas forsche Töne an.

Kollektiver Kraftakt nötig

Personell kann Fleming aus dem Vollen schöpfen, denn Julius Jenkins kehrte pünktlich zu den letzten Trainingseinheiten aus den USA zurück, wo er seiner am vergangenen Freitag geborenen Tochter Kyrie einen Kurzbesuch abstatten durfte. Der 30-Jährige ist bislang der beste Werfer der Oberfranken im Wettbewerb, brauchte dafür aber unverhältnismäßig viele Versuche aus dem Feld. Natürlich wird er alleine es aber nicht richten können, sollte man den wohl bisher größten Coup der Bamberger Euroleague-Geschichte landen wollen, darf es anders als in den letzten drei Begegnungen keine Ausfälle und Blackouts einiger Protagonisten geben. Dass im Basketball alles möglich sein kann, führt den Domstädtern ausgerechnet ein Akteur beim Gegner vor Augen: Vor elf Monaten wurde Steven Smith bei den EWE Baskets Oldenburg erst auf die Bank gesetzt und schließlich aussortiert, aktuell ist er Starter und zuverlässiger Scorer bei, so Chris Fleming, „einem der neben Moskau und Barcelona besten drei Teams Europas“.