Sonntag, den 11. Dezember 2011 um 01:45 Uhr
Bamberg knackt die Würzburger Festung
Von Michael Will (Foto: Sebastian Hader)   


Getragen von der Euphorie des Euroleague-Erfolgs in Malaga hat der Deutsche Meister Brose Baskets mit einem 75:59 (39:31)-Sieg die zweijährige Heimserie der s.Oliver Baskets beendet. Dem Derbycharakter der Partie entsprechend, bekamen die 3.140 Zuschauern in der s.Oliver Arena von den beiden fränkischen Kontrahenten einen emotionalen und physischen Kampf geboten.


„Das war heute das erwartet schwere Spiel“, resümierte Bambergs Headcoach Chris Fleming nach dem Spiel. „Würzburg gab 40 Minuten lang keine Ruhe. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, nachdem das hier zwei Jahre lang niemandem gelang.“ Von dem befürchteten Nachteil der nur 48 Stunden zurückliegenden Auswärtspartie in Malaga war beim zweimaligen Doublegewinner nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die ersten Minuten der Partie entwickelten sich direkt zu einer Lehrstunde für den Aufsteiger. Der wirkte gegen die starke Verteidigung der Gäste anfangs völlig überfordert. Anton Gavel brachte die Oberfranken nach viereinhalb Minuten bereits mit 17:5 in Führung.

Auch bedingt durch die Wurfschwäche aus der Distanz – am Ende stand ein Treffer bei 16 Versuchen –, suchten die Hausherren fortan ihr Glück im Zug zum Korb. Vor allem Chester Frazier wirbelte immer wieder durch die Zone, um gegen die gegnerischen Big Men Fouls zu ziehen. Aber auch von der Freiwurflinie verschenkten die Unterfranken mit einer Trefferquote von nur 50 Prozent erneut viele wichtige Punkte. Trotz dieser Unzulänglichkeiten gab John Patricks Mannschaft jedoch nicht auf und kämpfte sich zu Beginn des zweiten Abschnitts wieder bis auf zwei Punkte heran.

Slaughter vergrößert Abstand auf 19 Zähler

Aller Gegenwehr zum Trotz zeigten Flemings Mannen erneut, warum sie als derzeit stärkstes deutsches Team gelten. Nach einem dominanten dritten Viertel vergrößerten sie mit dem ersten Angriff des Schlussabschnitts durch einen Freiwurf von Marcus Slaughter den Abstand auf 19 Zähler. Zur Mitte des Viertels mussten die Gastgeber zudem die foulbedingten Ausfälle von Jason Boone und John Little verkraften. Der Siegeswille der s.Oliver Baskets war damit aber noch immer nicht gebrochen. Patrick stellte nun auf eine noch kleinere Aufstellung um und schickte vier Guards mit dem eigentlichen Power Forward Ivan Elliott aufs Feld. Der US-Amerikaner war es schließlich auch, der dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene den Rückstand seiner Mannschaft erneut bis auf fünf Punkte verkürzen konnte.

Eine enge Schlussphase konnten die Brose Baskets aber sofort durch eine erneute Leistungssteigerung verhindern. „Wir sind heute selbst nach einem 18-Punkte-Rückstand noch einmal herangekommen, aber Bamberg konnte immer nochmal den Schalter umlegen“, zeigte sich Würzburgs Lokalmatador Christoph Henneberger vom Gegner beeindruckt. „Es ist natürlich bitter, dass unsere Heimserie jetzt gerissen ist, aber wir haben heute gegen eine super Truppe gespielt.“ Und auch sein Trainer zollte dem Sieger Respekt: „Das war ein verdienter Sieg für Bamberg. Ich bin stolz auf die Energie, mit der wir heute gespielt haben. Wir müssen aber cleverer spielen und auch unsere Freiwürfe treffen. Wir hatten eine Chance, aber das ist nicht gut genug. Wir können von Bamberg noch viel lernen.“

s.Oliver Baskets: Harris (14), Frazier (10), Boone (8), Kramer (8), Little (6), Elliott (5), Jacobson (3), King (2), Tomaszek (2), Clay (1), Henneberger
Brose Baskets: Gavel (19), Tucker (13), Roberts (12), Jacobsen (12), Pleiß (7), Slaughter (5), Suput (3), Jenkins (2), Neumann (2), Tadda
Ausführliches Scouting



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