Sonntag, den 20. November 2011 um 20:37 Uhr
Bamberg gingen die Antworten aus
Von Felix Pflaum (Foto: Daniel Löb)   


30 Minuten lang kontrollierten die Brose Baskets über weite Strecken das Geschehen in der Berliner o2 World, dennoch hieß es am Ende 87:81 (41:48) für ALBA Berlin. Disziplin und Konzentration gingen in der Schlussphase flöten, während den “Albatrossen“ vor ausverkauftem Haus zusehends Flügel wuchsen und man nur acht Punkte des Doublesiegers im Schlussviertel zuließ.


„Glückwunsch an ALBA. Sie haben sich zurückgekämpft und sich im vierten Viertel ihren Sieg erarbeitet. Der Knackpunkt im Spiel war für mich das Offensivfoul und anschließende technische von Predrag Suput im dritten Viertel. Danach haben wir unsere Disziplin verloren“, ärgerte sich Chris Fleming über seinen Routinier, der die Gala aus dem Vorjahr an gleicher Stelle nicht wiederholen konnte. 50:60 aus Gastgebersicht hatte es kurz vor dieser Szene noch gestanden, anschließend ging ein Wurf von Simonovic trotz erheblichen Armeinsatzes gegen Suput als regelkonform durch, während auf der Gegenseite dem Tip-Dunk Slaughters aufgrund eines Kontakts zwischen Suput und Weaver die Anerkennung versagt wurde. Von den Kameras nicht eingefangen, musste Suput dies wohl in unpassendem Tonfall bei den Schiedsrichtern moniert haben, die ihn mit einem technischen Foul, seinem vierten, belegten.

Idbihis Offensivrebounds befeuerten Aufholjagd

Berlin wollte es nun wissen, verkürzte in der Folge bis auf 58:60, doch noch einmal gaben die Domstädter die passende Antwort und setzten sich mit dem Buzzer durch einen Dreier von Roberts über den überraschten Schulze wieder auf neun Zähler Differenz ab. „Unsere Bankspieler haben am Anfang des vierten Viertels einen sehr guten Job gemacht. Ich danke unseren Fans, die uns großartig supportet und Energie gegeben haben“, lautete nach der Partie Gordon Herberts knappe Zusammenfassung dessen, was nun passieren sollte.

Eine Zonenverteidigung reichte, um Bambergs Einstieg in den Schlussabschnitt ohne den Highpost-Spezialisten Suput zu sabotieren, vorne machten Yassin Idbihi nach einem der wieder einmal zu zahlreich von Bamberg abgegebenen Offensivrebounds sowie Heiko Schaffartzik die Lücke mit fünf schnellen Zählern sofort kleiner. Auch die endgültige Wende leitete Idbihi ein: Wieder schliefen die Franken im Rebound und stoppten ihn per rustikalem Foul, bevor er von der Linie das 75:75 erzielte.

Unkonzentrierte Franken im Schlussviertel

Bamberg fand nun keine Lösungen mehr, dribbelte im Angriff zu viel, bekam Ball und Gegner nicht mehr wie sonst ins Laufen. „Wir haben nur acht Punkte im letzten Viertel gemacht, weil ALBA sehr aggressiv war, aber auch, weil es bei uns an richtiger Durchführung und Organisation gefehlt hat. Das hat uns den Sieg gekostet. Aus dieser Erfahrung müssen wir lernen“, kritisierte auch Fleming das kopflose Anrennen und das schlechte Entscheidungsverhalten gegen euphorisierte Hauptstädter, deren Trainer die Bedeutung des Sieges noch einmal herausstrich: „Wir haben eine sehr, sehr gute Basketballmannschaft geschlagen. Bamberg hat die Liga bisher dominiert und Donnerstag gegen Panathinaikos gewonnen. Wir haben großen Respekt vor Bamberg und der Arbeit von Chris Fleming. Heute haben wir sehr viel Herz gezeigt und nie aufgegeben. Über 30 Minuten lang lagen wir zurück und haben uns trotzdem zurückgekämpft.“

ALBA Berlin: Allen (20), Wood (17), Idbihi (12), Schaffartzik (11), Weaver (9), Simonovic (8), Francis (6), Taylor (4), Schultze
Brose Baskets: Roberts (15), Jenkins (11), Tucker (11), Gavel (10), Jacobsen (10), Pleiß (10), Slaughter (9), Tadda (3), Suput (2)
Ausführliches Scouting