Sonntag, den 30. Oktober 2011 um 21:57 Uhr
Bamberg erobert Tabellenspitze
Von Felix Pflaum (Foto: Sebastian Hader)   


Huub Stevens' Credo “Die Null muss stehen“ gilt seit diesem Wochenende in der Beko Basketball Bundesliga hinsichtlich Niederlagen nur noch für eine Mannschaft. Die Brose Baskets hielten sich im fünften Spiel weiter schadlos, beherrschten Phoenix Hagen, das sich 76:106 (33:49) geschlagen geben musste, vor 3.061 Zuschauern ab dem zweiten Viertel und profitierten von Nachbarschaftshilfe. Würzburgs Erfolg über Bonn spülte die Fleming-Truppe auf den Platz an der Sonne.


„Wir haben die letzten Spiele von Phoenix gesehen und haben Respekt gehabt. Hagen hat ein emotionales Publikum, die Mannschaft ist insbesondere in eigener Halle stark. Wir wollten den schnellen Spielstil von Hagen stoppen, das ist uns gut gelungen. Hagen hatte auch gute Phasen, in denen sie gut geworfen haben. Aber wir hatten immer eine Antwort. Nach dem Rückschlag in Moskau war das sehr wichtig für uns“, konnte Bambergs Headcoach Chris Fleming ein überaus zufriedenes Fazit ziehen. Keinen einzigen Spieler hatte er vor dem wichtigen Euroleague-Spiel gegen Unicaja Malaga am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr, Stechert Arena) 25 Minuten oder mehr aufs Feld schicken müssen, fünf Mann punkteten zweistellig, drei weitere kamen auf mindestens acht Zähler.

Hagen nur ein Viertel lang konkurrenzfähig

Zwar benötigten die Oberfranken zehn Minuten, um sich an das schnelle und hin und wieder unkontrolliert wirkende Hagener Spiel anzupassen, danach sahen die Volmestädter aber nur noch die Rücklichter des Bamberger Express'. 15:17 hatte es nach dem ersten Viertel gestanden, vier Minuten später lagen dann auf einmal 14 Zähler zwischen den Kontrahenten. Über die Verteidigung Ballverluste oder schwere Würfe zu erzwingen, um anschließend mit Vollgas nach vorne zu preschen – diese Arbeitsanweisung setzte man vor allem in den beiden mittleren Vierteln enorm effizient um und kam hier auf zusammen 66 Zähler. 33:49 lautete der Halbzeitstand aus Hagener Sicht, in den zweiten 20 Minuten sollte es dem Team dann nicht mehr gelingen, diesen Rückstand merklich zu verringern.

Freyer: Froh, dass wir es hinter uns haben


„Ich bin froh, dass wir das schwere Auftaktprogramm mit Berlin, Bayern und Bamberg jetzt hinter uns haben. Die Niederlage heute geht auch in der Höhe in Ordnung. Wir hatten einfach zu viele Ballverluste und auch unsere Freiwurfquote war schwach. Aber selbst wenn wir einen idealen Tag erwischen, haben wir kaum eine Chance“, musste Ingo Freyer anerkennen, dass Bamberg trotz nominell gleicher Spielklasse derzeit in einer anderen Liga agiert als seine Jungs. 21 Ballverlusten für die Heimmannschaft standen nur sieben für die sehr fokussiert auftretenden Oberfranken entgegen, mit 41:24 Bankpunkten schlug sich auch die größere Qualität und Tiefe der Bamberger Bank statistisch klar nieder.

Phoenix Hagen: Jonusas (21), Brooks (17), Hasquet (13), Seward (7), Carter (6), Crowe (5), Kruel (5), Wilkins (2), Spohr, Kramer, Blackwood, Reuter
Brose Baskets: Tucker (22), Jenkins (13), Roberts (13), Slaughter (11), Gavel (10), Tadda (9), Jacobsen (9), Suput (9), Pleiß (8), Neumann (2), Schmidt
Ausführliches Scouting