Wir verlosen 1x2 Tickets für das Heimspiel der Brose Baskets gegen die TBB Trier am Mittwoch, den 15. Februar 2012, um 19.30 Uhr in der Bamberger Stechert Arena. Zur Teilnahme senden Sie uns einfach eine E-Mail (Betreff: Brose-Verlosung) samt Kontaktdaten. Einsendeschluss ist der 12. Februar 2012.
Am Gewinnspiel teilnehmen
| Freitag, den 09. Oktober 2009 um 15:30 Uhr |
| „Jede Saison ist etwas Besonderes“ |
| Von Sebastian Hader (Foto: Daniel Löb) |
![]() Am Samstag um 15.40 Uhr beginnt für die Brose Baskets die neue Saison dort, wo die vergangene aus Bamberger Sicht ein jähes Ende fand: in der Oldenburger EWE Arena. 125 Tage sind seitdem vergangen. 125 Tage, in denen teilweise das Personal gewechselt, hart trainiert und akribisch auf den Beginn der Spielzeit 2009/2010 hingearbeitet wurde. COURT-VISION.DE sprach zum Auftakt der Punkterunde mit Headcoach Chris Fleming. Du redest nicht gerne über die Vergangenheit, werfen wir zu Beginn dennoch kurz einen Blick zurück. Wann warst Du nach dem zähen Beginn im Vorjahr erstmals an einem Punkt, wo Du Dir dachtest: Das mache ich nächstes Jahr anders? Chris Fleming: „Solche Situationen gibt es, aber in der Regel sind das Kleinigkeiten oder strukturelle Veränderungen, die für Außenstehende eher unbedeutend sind. Ich bin nach wie vor grundsätzlich von unserem Konzept überzeugt.“ Du wurdest lange an Deinem Vorgänger Dirk Bauermann gemessen, ja sogar mit ihm verglichen, obwohl ihr zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten seid. Wie nahe hast Du das an Dich heran gelassen? Chris Fleming: „Ich glaube, mit Dirk Bauermann verglichen zu werden, ist keine Schande (lacht). Er ist schließlich der Trainer in Deutschland, der die meisten Titel gewonnen hat. Insofern sehe ich den Vergleich gern, auch wenn wir natürlich unterschiedliche Charaktere sind. Aber im Großen und Ganzen hat mich das nie gestört. Wichtig ist, dass die jetzige Mannschaft einen eigenen Charakter entwickelt und nicht mit Teams der vergangenen Jahre verglichen wird.“ Wo würdest Du die letzte Saison, Deine erste Saison in Bamberg vom Schwierigkeitsgrad her in Deine Trainerlaufbahn einordnen? Chris Fleming: „Ich würde es weniger als Schwierigkeitsgrad, denn als Gelegenheit zu lernen bezeichnen. Rückblickend kann man sagen, dass der Lerneffekt der abgelaufenen Spielzeit wohl der größte meiner bisherigen Trainerlaufbahn war. Man muss zwar das ein oder andere Spiel verlieren, damit dieser Effekt einsetzt, aber das sind Erfahrungen, die ich sehr schätze.“ Kommen wir zur neuen Saison, die am Wochenende startet. Ist es ein Gefühl wie in den Jahren zuvor auch oder spürst Du heuer angesichts der positiven Vorbereitung ein besonderes Kribbeln? Chris Fleming: „Ich denke, jede Saison ist etwas Besonderes. Für einen Trainer ist es vor allem dann sehr reizvoll, wenn du weißt, dass du eine gute Mannschaft hast, die fähig ist, Titel zu gewinnen. Die Kontinuität wird uns dabei helfen. Die Fans können sich mit vielen Spielern identifizieren, dazu kommt beispielsweise mit Casey Jacobsen eine in Bamberg bekannte und geschätzte Persönlichkeit. Gleich zu Beginn auf den Favoriten und amtierenden Meister zu treffen, birgt natürlich einen großen Reiz, aber man darf das Spiel auch nicht überbewerten.“ Es folgen die Partien gegen Tübingen, in Ulm, wo man in der Vorsaison nicht sehr gut weg kam, und gegen den Vizemeister aus Bonn. Wie wichtig sind solche Duelle mit Hochkarätern gleich zu Beginn und wie wichtig ein guter Start für den Saisonverlauf? Chris Fleming: „Ein guter Start ist sehr wichtig, weil er die Mannschaft für den Saisonverlauf prägt. Es wird mit Sicherheit einige knappe Partien geben. Daraus mit einer positiven Bilanz hervor zu gehen, ist eine sehr motivierende Erfahrung. Von Beginn an kompakt und gut gespielt zu haben, ist etwas, woran sich eine Mannschaft hochziehen kann, wenn es im weiteren Saisonverlauf einmal nicht so gut laufen sollte.“ Ende Oktober steht die EuroCup-Qualifikation gegen Buducnost auf dem Plan. Inwiefern beeinträchtigt es die Entwicklung der Mannschaft über die Saison hinweg, ob und in welchem Wettbewerb sie international vertreten ist? Chris Fleming: „Wir haben natürlich das feste Ziel vor Augen, uns für den EuroCup zu qualifizieren. Die internationale Erfahrung ist sehr wichtig, zum einen für den deutschen Basketball in Europa, zum anderen für die Entwicklung der Mannschaft. In einem Rhythmus ähnlich dem der Playoffs auf harte Gegner zu treffen, kann später im Kampf um den Titel sehr nützlich sein.“ Ein Trainerkollege von Dir hat einmal gesagt: „Damit eine Mannschaft richtig erfolgreich sein kann, muss sie eine Krise überstanden haben.“ Würdest Du dem zustimmen? Chris Fleming: „Ich bin mir nicht sicher, ob man eine Krise wirklich braucht. Zumal sie so oder so im Verlauf einer langen Saison auftreten, sei es durch Verletzungen oder Phasen, in denen es nicht so gut läuft. Diese Situationen kommen von selbst, das lässt sich nicht verhindern. Man muss sie also nicht gezielt herbeiführen (lacht). Entscheidend ist, dass man aus diesen Krisen lernt und gestärkt hervorgeht.“ Werfen wir einen Blick auf das “neue“ Team. Brian Roberts und Casey Jacobsen haben sich nahtlos eingefügt. Wie lange hattest Du die beiden auf dem Zettel? Chris Fleming: „Casey habe ich unmittelbar nach dem Ende der letzten Saison angerufen. Es hat eine Weile gedauert, bis wir eine Einigung erzielt hatten, aber es war eine leichte Entscheidung, hinter der alle im Verein standen. Im Fall von Brian war es so, dass wir einen Spieler mit Scorerqualitäten gesucht haben, der sowohl in die Rolle des Point Guards als auch in die des Shooting Guards schlüpfen kann. Dieses Profil hat auf Brain Roberts, von dem wir nach Saisonende Videos gesichtet haben, gepasst.“ Tibor Pleiß ist sehr jung und erstmals in neuer Umgebung, er wird sicher seine Zeit brauchen. Was wird im Umgang und Training mit ihm besonders wichtig sein? Chris Fleming: „Tibor ist extrem talentiert und sehr gewillt. Bei ihm wird es darauf ankommen, dass er Fehler wegstecken kann und unbeirrt weitermacht. Er erhält Unterstützung innerhalb des Teams und ist selbst sehr motiviert. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir am Saisonende keinen jungen, sondern einen starken Tibor Pleiß sehen werden.“ John Goldsberry und Brian Roberts waren in der Vorbereitung oft früh foulbelastet. Weshalb hast Du Dich trotz dieses Risikos entschieden, mit beiden Aufbauspielern zu beginnen und nicht etwa mit Casey Jacobsen und Beckham Wyrick auf dem Flügel? Chris Fleming: „Wir haben Brian Roberts explizit für diese Rolle verpflichtet. Für ihn ist es noch eine neue Erfahrung und John Goldsberry ist zum ersten Mal seit sechs Monaten wirklich fit. Insofern gehen wir gelassen damit um. Abgesehen davon hatten wir in den Phasen, in denen die beiden foulbelastet waren, in Daniel Schmidt einen guten Ersatz. Deshalb sehe ich das relativ unproblematisch.“ Ronald Ross hat Bamberg im Artländer Trikot zweimal Probleme bereitet: Wie kann man Spieler seines Schlages in den Griff bekommen? Chris Fleming: „Beim Domreitercup ging es gegen die Artland Dragons um einen Ballbesitz hin oder her. Wir haben gut gespielt, waren am Ende aber etwas müde. Ronald Ross hat sicher einige gute und wichtige Würfe getroffen, aber wir haben mit John Goldsberry, Karsten Tadda und Brian Roberts gute Verteidiger auf den Außenpositionen, die aus solchen Situationen lernen.“ Was ist Karsten Tadda zuzutrauen, nachdem er im letzten Jahr die Erwartungen der Außenstehenden weit übertroffen hat? Chris Fleming: „Karsten wird in dieser Saison unser sechster Mann sein. In dieser Rolle erwarten wir von ihm die Konstanz, die er auch im Zuge der Saisonvorbereitung gezeigt hat. Er hat in diesem Sommer offensiv hart an sich gearbeitet und genießt auch etwas mehr Freiheiten, die er in den Testspielen auch schon zu nutzen wusste. Ich hoffe nur, dass man ihm als Eigengewächs von außen nicht zuviel Druck die Schultern lastet. Dann wird er seinen Weg gehen.“ Mit Karsten Tadda sind wir unweigerlich beim Thema dieser Tage: dem deutschen Nachwuchs und der Quotenregelung. Wie stehst Du dem Beschluss der Basketball Bundesliga gegenüber? Chris Fleming: „Alles in allem kann man damit leben, denke ich. Ich war strikt gegen eine 4+1-Regelung, weil das ein Eingriff ins Spiel gewesen wäre, unter dem ich nicht hätte coachen wollen. Für uns in Bamberg ändert sich durch die neue Regelung aber nicht viel. Wir haben hier ein Konzept, in dem wir junge Spieler fördern, weil wir es wollen und nicht, weil es von Seiten der BBL vorgeschrieben ist. Trotzdem hätte ich es gerne gesehen, wenn die Liga ein Jahr früher zu einer 5+7- bzw. 6+6-Regelung gekommen wäre.“ Wie beurteilst Du die Entwicklung der Basketball Bundesliga sportlich? Teams wie Bonn, Bamberg oder Oldenburg haben nur marginale Veränderungen im Kader vorgenommen, andere annähernd das komplette Personal ausgetauscht. Wie sind die Kräfteverhältnisse einzuschätzen? Chris Fleming: „Die Liga steigert sich kontinuierlich. Meiner Meinung nach ist sie sehr, sehr stark und von oben bis unten ausgeglichen. Vielleicht auch auf Grund der Wirtschaftskrise haben sich einige Spieler für einen sicheren Vertrag in Deutschland entschieden, was das Niveau insgesamt anhebt. Oldenburg und Berlin sind eingespielte Mannschaften, wir haben viel Wert auf Kontinuität gelegt, ebenso die Artland Dragons. Bonn hat in der ersten Fünf einige Veränderungen vorgenommen, aber sie zählen genauso zum Kreis der Favoriten.“ Du bist oft genug nach Deinen Zielen und Erwartungen für die neue Saison gefragt worden. Uns würde interessieren: Was möchtest Du in dieser Spielzeit auf keinen Fall erleben? Chris Fleming: „Gute Frage, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Als Trainer wünscht man sich, denke ich, in erster Linie, dass die Mannschaft von größeren Verletzungen verschont bleibt und damit die Möglichkeit hat, ihr Potenzial auszuschöpfen.“ |